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Montag, 16. September 2013

Freiheit, Privatsphäre und Pinguine

Kieler Open Source und Linux Tage am 20. und 21. September

Foto: Archiv
Foto: Archiv

Nach den dies­jäh­ri­gen Abhör‐​Skandalen wer­den die Rufe nach mehr Frei­heit und Pri­vat­sphäre immer lau­ter. Doch wie geht das eigent­lich mit dem anony­men Sur­fen? Wie schützt man sich und seine Daten vor allzu neu­gie­ri­gen Bli­cken? Am 20. und 21. Sep­tem­ber kön­nen sich alle, die tag­täg­lich mit Inter­net, Email und Co zu tun haben, in Work­shops und Vor­trä­gen infor­mie­ren, sich von den Aus­stel­lern bera­ten las­sen und noch dazu jede Menge Neues über die Bedeu­tung freier Soft­ware erfahren.

Freie Soft­ware‘ bzw. ‚Open Source Soft­ware‘ – das sind Com­pu­ter­pro­gramme, die von ihren Nut­zern (nahezu) unein­ge­schränkt kopiert, wei­ter­ver­brei­tet und ver­än­dert wer­den dür­fen. Jeder hat die Mög­lich­keit, sich die ‚Quell­texte‘, also den vom Pro­gram­mie­rer geschrie­be­nen Text, anzu­se­hen und nach­zu­ver­fol­gen, was das Pro­gramm eigent­lich wirk­lich tut. In den meis­ten Fäl­len ist Open Source Soft­ware zudem kos­ten­los (Bei­spiel: Mozilla Fire­fox, Libre­Of­fice, viele Linux‐​basierte Betriebs­sys­teme). Tra­di­tio­nell haben bei den Ent­wick­lern und Nut­zern freier Soft­ware die Berei­che ‚Pri­vat­sphäre‘ und ‚Sicher­heit‘ einen hohen Stellenwert.

Die elf­ten ‚Kie­ler Open Source und Linux Tage‘ star­ten am Frei­tag, d. 20. Sep­tem­ber mit einer Keynote zum Thema ‚Unab­hän­gig­keit, Selbst­be­stim­mung und Pri­vat­heit in einem über­wach­ten Inter­net‘. Gleich zwei Work­shops wid­men sich an die­sem Tag der Sicher­heit: Zum einen kann der Besu­cher hier ler­nen, wie man im Inter­net seine Anony­mi­tät wah­ren kann, zum ande­ren, wie man selbst ein siche­res Netz­werk auf­baut. Die Schlüs­sel bzw. Zer­ti­fi­kate, die für eine Ver­schlüs­se­lung benö­tigt wer­den, kann man sich am Stand von ‚CAcert‘ auch gleich signie­ren las­sen. Diese ‚Unter­schrift‘ bestä­tigt die Iden­ti­tät des Zer­ti­fi­kats­be­sit­zers, so dass der Emp­fän­ger einer Email eine Fäl­schung leicht erken­nen kann.

Das wei­tere Pro­gramm am ‚Fir­men­tag‘ rich­tet sich vor­ran­gig an Ent­wick­ler, Admi­nis­tra­to­ren und IT‐​Entscheider. So fin­det unter ande­rem ein zwei­ein­halb­stün­di­ger, inten­si­ver Work­shop über die Admi­nis­tra­tion in Schu­len mit univention@school statt, in dem die zustän­di­gen Ent­schei­der und IT‐​Beauftragten der Schu­len sich über die Funk­tio­nen und Mög­lich­kei­ten die­ser Soft­ware infor­mie­ren kön­nen. Wei­tere The­men am Frei­tag sind das Werk­zeug ‚Pup­pet‘ zum Kon­fi­gu­ra­ti­ons­ma­nage­ment, die Deploy­ment– und Konfigurations‐​Software ‚®?ex‘, die Webent­wick­lung mit­tels ‚Tnt­net‘, Soft­ware­pa­tente und die Admi­nis­tra­tion per Kommandozeile.

Am Sams­tag, den 21. Sep­tem­ber, ist Soft­ware Free­dom Day – der welt­weite Tag der freien Soft­ware, an dem zur Ver­wen­dung freier Soft­ware und offe­ner Stan­dards auf­ge­ru­fen, über freie Soft­ware infor­miert und ganz ein­fach nur freie Soft­ware an sich und ihre Ent­wick­ler gefei­ert wer­den. Das Tages­pro­gramm rich­tet sich daher vor allem an Nut­zer und Ein­stei­ger und zeigt außer­dem erste Schritte in die ‚Com­mu­nity‘, die Gemein­schaft der Macher freier Soft­ware, auf. Mor­gens geht es gemüt­lich mit einem gemein­sa­men Software‐​Freedom‐​Frühstück (Essen bitte sel­ber mit­brin­gen) los. Bei den Work­shops gibt es dann an die­sem Tag einen ‚Gra­fik­track‘, in dem Besu­cher den Umgang mit dem freien Foto– und Gra­fik­pro­gramm ‚Gimp‘ und dem Vek­tor­zei­chen­pro­gramm ‚Inkscape‘ ler­nen und einen span­nen­den und über­ra­schen­den Ein­blick in das Thema ‚Bil­der­fäl­schung‘ gewin­nen kön­nen. Ein wei­te­rer Work­shop führt in die Anpas­sung und Nut­zung des KDE‐​Desktops ein – und als Bon­bon für Bast­ler gibt es einen Work­shop zum Zusam­men­bau und zur Inbe­trieb­nahme des Raspberry Pi, eines güns­ti­gen Klein­st­com­pu­ters, der für viele Bas­tel– und Hob­by­zwe­cke ein­ge­setzt wer­den kann. Die Vor­träge am Sams­tag wid­men sich unter ande­rem der unzen­sier­ten Web­su­che mit YaCy und der Nut­zung siche­rer Passwörter.

Wer sein Wis­sen zu Linux und freier Soft­ware nach­wei­sen möchte (oder muss), hat am Sams­tag außer­dem die Gele­gen­heit zur Teil­nahme an Prü­fun­gen des Linux Pro­fes­sio­nal Insti­tute (LPI). Hier­für ist eine vor­he­rige Anmel­dung über die Web­seite des LPI notwendig.

An bei­den Ver­an­stal­tungs­ta­gen steht den Besu­chern die ‚Linux Lounge‘ offen, wo man sich in gemüt­li­cher Atmo­sphäre über Linux und freie Soft­ware aus­tau­schen kann. Es wer­den freie Filme gezeigt (u.a. der sehens­werte Ani­ma­ti­ons­film ‚Big Buck Bunny‘) und es ste­hen meh­rere PCs zur Ver­fü­gung, an denen freie Soft­ware aus­pro­biert wer­den kann. Wer mag, kann an seine Freunde, die lei­der nicht dabei sein konn­ten, Grüße in Form einer guten alten Post­karte vom Linux­tag ver­schi­cken. Am Abend fin­det jeweils die Aus­lo­sung der Tom­bo­la­ge­win­ner statt – es win­ken wert­volle Buch­preise, ein Kurs im Linux‐​Hotel und lus­tige Gadgets.

Wei­tere Informationen

Die Kie­ler Open Source und Linux Tage fin­den in den Räu­men des Kie­ler Inno­va­tions– und Tech­no­lo­gie­zen­trums (KITZ) in der Schau­en­bur­ger Straße 116 statt. Orga­ni­siert wird die Messe von der Kie­ler Linux Initia­tive. Die Ver­an­stal­tung wird unter­stützt von DiWiSH (Digi­tale Wirt­schaft Schleswig‐​Holstein).

Öff­nungs­zei­ten: Frei­tag, 20.09.2013 und Sams­tag, 21.09.2013, 10.00 – 17.00 Uhr

Auf der Web­seite der Kie­ler Open Source und Linux­tage kann man sich zu den Work­shops anmel­den und das ganze Pro­gramm ein­se­hen. Alle Vor­träge wer­den auch als Livestream übertragen.

Der Ein­tritt und die Betei­li­gung an allen Work­shops sind natür­lich – ganz im Sinne der Ver­an­stal­tung – frei.

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