Freitag, 16. September 2011
Konzert in der Pumpe„ Ich bin 38 und fühle mich wie ein 16jähriges Mädchen,“ bekannte sich Caputo zu einem späteren Zeitpunkt. Das Verhalten ließ keinen Zweifel an diesen Worten. Wie ein scheues Reh bewegte sich Mina auf der Bühne und strich immer wieder verlegen das Haar aus dem Gesicht. Doch das Publikum signalisierte, dass das „andere Ich“ Caputos herzlich willkommen sei. Und so erklang auch bald der erste Song und zog das Publikum in seinen Bann.
Die gefühlvolle, männliche Stimme in Kombination mit ruhigen Gitarrenklängen ließ eine sinnliche Atmosphäre entstehen. Die aufsteigende Hitze des kleinen Raumes und der direkte Kontakt zur Bühne vermittelte ein Gefühl von Intimität. Pärchen umarmten sich, Zuhörer schlossen entspannt die Augen. In all ihren Liedern spürte man, dass es nicht nur Worte, sondern Seelenbilder sind, die Caputo mit seinem Publikum teilte. „… no man, no woman…,“ hieß es in einer Textzeile.
Caputos Zurückhaltung liess das Publikum sogar zwischen den Songs verstummen. Trotz jahrelanger Bühnenerfahrung schien es „ihr“ unangenehm zu sein, im Mittelpunkt zu stehen. Ein leise gehauchtes „Thank you!“ gehörte zu den wenigen Worte, die Mina zwischen den Songs von sich gab.
Ihrer Band hingegen ließ sie gerne den Vortritt, in dem sie ihren Gitarristen sein eigenes Lied vortragen ließ und für die musikalischen Projekte ihrer Musiker warb. „ I love them!“ gesteht sie und wirkte dabei authentisch. Genau wie sie selbst.