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Samstag, 20. Februar 2016

Locas In Love

Kalender

Locas In Love – Kalender
Locas In Love – Kalender

Die Zeit die rennt, dass berich­ten gerne Men­schen die schon ein paar Jahre auf den Bucke haben. Kaum ist das Jahr ange­fan­gen, sitzt man schon kurz danach am Kaf­fee­tisch und isst Spe­ku­la­tius. Auch die 14 Jahre, die nun Locas In Love schon als Band unter­wegs sind, wer­den zuneh­mend schnel­ler gelau­fen sein.

Des­we­gen hat das Trio ihr neus­tes Album nicht an ein Pop­klas­si­ker ange­lehnt, son­dern ein­fach „Kalen­der“ beti­telt und zudem als Goo­die eben noch so ein Zeit­mes­ser beige­fügt. Doch auch sonst geht es kon­zep­tio­nell wei­ter. Es sind zwölf Songs und musi­ka­lisch kann man durch­aus auch die Jah­res­zeit den Mona­ten zuordnen.

Aller­dings sind hier wenig rich­tig über­schwäng­li­che Som­mer­hits dabei, die man hört wenn man mit dem Rad auf dem Weg ins Frei­bad ist. Meis­tens gibt es in die­sem Jahr dann doch eher dunk­lere Tage, und gleich der Januar der hier „All meine Groß­el­tern“ heißt, macht es einen leicht. Fein arran­giert, mit Sai­ten­in­stru­men­ten, Kla­vier fei­nes Blas­in­stru­ment erklin­gen in Moll getränkt aber for­mi­da­bel. Dazu geht es im Text dann auch sehr schwer­mü­tig zu, und han­delt von dem Ver­lust der Eltern und Groß­el­tern und dass was man nach dem Tod ver­passt hat, und dort wer­den dann auch die Spe­ku­la­tius im Okto­ber erwähnt.

Neues Alpha­bet“ sym­bo­li­siert den Februar und hat schon wesent­lich mehr Lebens­mut und Kraft. Fast schon heroi­sche Rock­mu­sik springt einem ent­ge­gen und han­delt auch von Zeit die abläuft, aber auch von einem Neu­an­fang. „Ich bin ein Insel“ ist der Mai‐​Song und er ist schwel­gisch, aber man kann auch die Früh­lings­sonne kit­zeln spü­ren und ist im Inne­ren sicher­lich ein Lie­bes­spiel mit Bodenhaftung.

35 Tau­send Mil­lio­nen“ ist der Juni Song und han­delt aber von inne­rer Leere, und dass eigent­lich alles ersetz­bar und aus­tausch­bar ist. Klar, dass die­ser Song dann eben doch eher melan­cho­lisch aber auch pas­send arran­giert ist. „Rui­nen“ steht für den Won­ne­mo­nat Mai und klingt ein wenig als würde Air einen deut­schen Song geschrie­ben haben, der ein wenig mit Gitar­ren flir­tet und dabei auch den Ham­bur­ger Dis­kurs Tri­but zollt.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und im Novem­ber heißt es „Ich werde ein Lied für Alle schrei­ben“, und die­ser hat ein wenig Affi­ni­tät zum schö­nen Chan­son und ist tat­säch­lich der Locas In Love‐​Song für Alle.

Kein fröh­li­ches Jahr sieht man bei „Kalen­der“ vor­bei­zie­hen und den­noch suhlt man sich gerne in den schö­nen Songs und den teil­weise bit­te­ren Lebens­um­stän­den in den Songs.

Erschie­nen bei: Staats­akt /​Caro­line /​Uni­ver­sal
www​.loca​sin​love​.de

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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