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Freitag, 19. August 2011

BarCamp Kiel 2011

Kaffeesatzleserei beim Google Panda Update

Raum "Einstein" während einer vollbesetzten Session.
Raum "Einstein" während einer vollbesetzten Session.

Wer seine Inter­net­sei­ten online stellt, will auch gefun­den wer­den. Die soge­nannte Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung ist zum lukra­ti­ven Geschäfts­zweig gewor­den, so dass nicht mehr die qua­li­ta­tivs­ten Web­si­ten oben ste­hen, son­dern die am bes­ten „opti­mier­ten“. Um dem ent­ge­gen zu wir­ken, hat Google in Deutsch­land das soge­nannte „Panda‐​Update“ gestar­tet. Die Ergeb­nisse für „Con­tent­far­men“ waren ver­hee­rend – aber was genau ist da eigent­lich passiert?

Eins vor­weg: Google läßt sich natür­lich nicht in die Kar­ten bli­cken. Nie­mand außer­halb der Firma weiß, wel­che ca. fünf­hun­dert Algo­rith­men benutzt wer­den, um einer Inter­net­seite einen guten Google „Page Rank“ zu geben. Aber es gibt Men­schen, die auf­grund guter Recher­che glau­ben zu wis­sen, wor­auf es ankommt. Einer davon ist Timo Hein­rich, der beruf­lich in der Wer­bung tätig ist und am Frei­tag als Bar­Camp Kiel‐​Teilnehmer eine Ses­sion zum Thema „Google Panda‐​Update“ anbot.

Der Raum „Ein­stein“ im Wis­sen­schafts­zen­trum, gleich­zei­tig der größte Kon­fe­renz­raum beim Bar­camp war bis auf den letz­ten Platz besetzt, als Hein­rich in einem zwan­zig­mi­nü­ti­gen Vor­trag zusam­men­fasst, was er in den letz­ten sie­ben Tagen über die soge­nannte „Google‐​Qualitätsoffensive“ zusam­men­ge­tra­gen hatte. Denn Google will Qua­li­tät im Netz als Such­er­geb­nisse anbie­ten, keine rei­nen „Content‐​Farmen“ mehr.
Wor­auf er die­ses Wis­sen grün­det? Er lei­tet es aus der der­zei­ti­gen Google‐​Politik ab, wel­che Fir­men Google gerade gekauft und wel­che Tech­no­lo­gien sie gerade ent­wi­ckelt haben.

Aber woher weiß Google, was Qua­li­tät ist?

Robots, Craw­ler und Spi­ders erken­nen Sei­ten mit vie­len Wer­be­flä­chen, Sei­ten mit ner­vi­gen Ban­nern, die sich über die gesamte Seite legen, aber auch wie viel oder eben wenig Text in Ver­gleich zum Gesam­tin­halt vor­han­den sind. Eben­falls wird das Augen­merk auf dop­pelte Inhalte gelegt, ob indi­vi­du­elle Bil­der vor­han­den sind, wie schnell sich die Sei­ten auf­bauen und wer wohin ver­linkt. Nicht umsonst hat Google gerade eine Firma über­nom­men, die sowohl die zustim­men­den „likes“ als auch die tei­len­den „Sha­res“ in sozia­len Netz­wer­ken aus­wer­ten können.

Wer sind die Ver­lie­rer?
Laut der Sistrix‐​Toolbox haben vor allem Sei­ten mit wenig Sub­stanz erheb­lich an Sicht­bar­keit ein­ge­büßt. Auf­fäl­lig ist für Timo Hein­rich, dass vor allem die Top10‐​Websiten des jewei­li­gen Anbie­ters dabei vom Panda‐​Update ange­grif­fen wur­den. Am Bei­spiel der Inter­net­seite „Kel​koo​.de“ konnte er anhand von Top10‐​Suchbegriffen einige Ver­än­de­run­gen in den Wer­tun­gen vor und nach dem Update dar­stel­len. Ver­lo­ren haben vor allem Ver­gleich­spor­tale, Con­tent­far­men, Web­ver­zeich­nisse, Pseu­do­such­ma­schi­nen und „andere Sei­ten, die kei­ner ver­misst“ (Heinrich).

schnell – gut – sozial“

Auf die Frage, wohin die Reise gehen wird, fand Timo Hein­rich die ver­meint­lich ein­fa­che For­mel „schnell – gut – sozial“. Bedeu­tet: Wes­sen Inter­net­seite sich schnell auf­baut, guten Con­tent lie­fert und gut in sozia­len Netz­wer­ken wie Google Plus auf­ge­stellt ist, hat gute Chan­cen, beim Such­dienst von Google dem­nächst in hoher Posi­tion auf­ge­führt sein.

In der anschlie­ßen­den Fra­ge­runde wur­den schnell sehr rege die Exper­ten­mei­nun­gen aus­ge­tauscht und die The­men „sta­ti­sche HTML“-Seiten, indi­vi­du­elle Such­be­griffe, die Google Pre­view als „Abfall­pro­dukt“ des regel­mä­ßi­gen Sei­ten­scans wur­den zumin­dest kurz ange­ris­sen. Mög­li­cher­weise fin­det sich am Sams­tag dar­aus die Grund­lage für eine wei­tere Ses­sion – Gesprächs­be­darf und kun­dige Gesprächs­teil­neh­mer sind auf jeden Fall vorhanden.

Über den Autor

Daniela Sonders Daniela Sonders

Suchte 2008 nach kiel4kiel und fand den För­de­flüs­te­rer. Wollte eigent­lich nur hier und da mal ne Kino­kri­tik schrei­ben und ver­sucht jetzt, die­sen herr­lich wuse­li­gen Laden in Schach zu hal­ten. Das hat sie nun davon. Inter­es­sen: Poli­tik, Medien, Bür­ger­rechte, Filme, Kochen und alles rund um Kiel.

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