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Samstag, 05. Januar 2019

Ty Segall & White Fence

Joy

Ty Segall & White Fence – Joy
Ty Segall & White Fence – Joy

Der Name Ty Segall ist auf unse­rer Seite schon öfter gefal­len. Ein Song­wri­ter, der 1987 gebo­ren ist und so emsig, dass man ver­mu­ten muss, dass ent­we­der sein Tag 34 Stun­den hat oder die Woche 10 Tage. Zumin­dest haut er neue Songs her­aus, dass man nur stau­nen kann. Allein 2018 hat er inklu­sive „Joy“ vier Alben ver­öf­fent­licht. Die­ses ist mit dem Musi­ker „White Fence“ ent­stan­den, und die­ser neigt auch gerne dazu, in einem Jahr mal meh­rere Plat­ten aus dem Ärmel zu schütteln.

Man muss bei so einer Zusam­men­ar­beit befürch­ten, dass es hier in purem Chaos endet. Doch das ist auch bei ihrer zwei­ten Zusam­men­kunft nicht der Fall. Ers­tes Indiz hier­für ist die Tat­sa­che, dass hier die Songs nie aus­ufern. Im Gegen­teil, die Songs sind meist gerade zwei Minu­ten lang, und in denen schaf­fen die bei­den ATHS‐​Musiker es, ihre Ideen zu voll­en­den, ohne Schnellschuss‐​Charakter.

Über­all schla­gen Ty Segall und White Fence Haken wie wild jagende Kanin­chen, und natür­lich geht auch mal eine aus­ge­dachte Idee kapeis­ter, doch viele andere ent­ste­hen. Und so weiß man nie, wie schnell die Rich­tung geän­dert wird, und den­noch bleibt alles in hän­del­ba­rem Fahr­was­ser. Man kann sogar behaup­ten, dass für beide Musi­ker die ver­sam­mel­ten Songs recht zutrau­lich sind.

Dabei quiet­schen die Arran­ge­ments bei dem längs­ten Song (5 Minu­ten) wie ein kaput­tes Fahr­rad, er hat aber auch psy­che­de­li­schen Rock vom alten Schlag in sich. Beim kür­zes­ten Song „Pret­tiest Dog“ (16 Sekun­den) bellt nur ein Hund. Dazwi­schen gibt es noi­si­gen Punk wie „Do Your Hair“, Falsett‐​verkifften Beach Boys‐​Indie‐​Rock, wie bei „Begin­nig“, schie­fen Indie‐​Folk („Please Don‚t Leave“), die Pavement‐​Huldigung “Hey Joel, Where You Going WithnThat?“.

Ein wuse­li­ges Durch­ein­an­der, das Ty Segall und White Fence hier prä­sen­tie­ren, wel­ches obskur ist und impro­vi­siert wirkt und für mutige Ohren kogni­tive Reize ausübt.

Erschie­nen bei: Drag City /​H‚art
ty​-segall​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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