// Musik

Sonntag, 14. Februar 2016

Various Artists

Joy Of Living – A Tribute To Ewan Maccoll

Various Artists – Joy Of Living – A Tribute To Ewan Maccoll
Various Artists – Joy Of Living – A Tribute To Ewan Maccoll

Letz­tes Jahr wäre Ewan Mac­Coll 100 Jahre alt gewor­den und ihm zu Ehren ist kürz­lich ein Tribute‐​Sampler erschie­nen. Wenn man sich diese zwei CDs anhört und seine Musik nicht ken­nen würde, könnte man sich die Musik des Schot­ten aber gut vor­stel­len. Denn die Meis­ten sei­ner Songs wur­den im Sinne des Man­nes, der als James Henry Mil­ler am 25 Januar 1915 zur Welt gekom­men ist, bear­bei­tet wurden.

Mac­Coll ver­ließ mit 14 Jah­ren die Schule, um im Alter von 15 als poli­ti­scher Akti­vist zu wir­ken, mit 16 grün­dete er eine Thea­ter­gruppe, danach lan­dete er mit 17 auf der Beob­ach­tungs­liste des bri­ti­schen Geheim­dienst MI5, und galt mit 35 schließ­lich als God­fa­ther des ers­ten bri­ti­schen Folk‐​Revival.

Dank Klas­si­kern wie ‚Dirty Old Town‘, ‚The First Time Ever I Saw Your Face‘ oder ‚The Joy Of Living‘ ist er nach wie vor in aller Munde. In den vor­lie­gen­den Ver­sio­nen sind sie meist auch mit einem Saiten‐​Instrument beabei­tet wor­den und ste­hen knie­tief in der bri­ti­schen Folk‐​Tradition. Das Wich­tigste bei der Musik von Ewan Mac­Coll sind natür­lich die Texte und die kom­men natür­lich halt bes­ser zur Gel­tung wenn die Arran­ge­ments nicht zu sehr lodern.

Musi­ka­lisch ist nahezu alles sehr in Gedan­ken an Ewan Mac­Coll gehal­ten. Aus­nah­men gibt es natür­lich, so muss man bei der Stimme von Marry Water­son irgend­wie an Nico den­ken, wenn Water­son „The Exil Song“ besingt oder wenn Jack Stead­man und Jamie Mac­Coll (zwei von Bom­bay Bicy­cle Club und nicht mit Ewan Mac­Coll ver­wandt) eher ver­dun­kelte Klänge erklin­gen las­sen. Aber den­noch blei­ben sie dicht am Orgi­nal und auch Ex‐​Pulp‐​Star Jar­vis Cocker flüs­tert intim den Song „The Battle Is Gone With“ und lässt sin­gende Sägen und sägende Mund­har­mo­nika erklingen.

Die bei­den Geschwis­ter Mar­tha & Rufus Wain­w­right haben „Sweet Tha­mes, Flow Softly“ feder­leicht arran­giert und sind den­noch beklem­mend. Auch Karine Pol­wart klingt schwer­mü­tig und schnürt einem die Luft ab, aber wenn wun­dert es wenn der Song „The Ter­ror Time“ heißt.

Man erkennt also dass die Musik von Ewan Mac­Coll auch heute noch aktu­ell ist, und man erkennt auch dass seine bei­den Söhne die­sen Tribute‐​Sampler pro­du­ziert haben.

Erschie­nen bei: Coo­king Vinyl /​Indigo
coo​king​vi​nyl​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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