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Sonntag, 13. März 2016

DIIV

Is The Is Are

DIIV - Is The Is Are
DIIV - Is The Is Are

Als DIIV 2012 ihr Debüt „Oshin“ ver­öf­fent­lich­ten, war Poten­tial erkenn­bar, und wäre der Mas­ter­mind Zachary Cole Smith mit sei­nen Mit­strei­tern am Ball geblie­ben, dann hätte der Nach­fol­ger blitz­schnell hohe Wel­len geschla­gen. Doch es kam alles anders.

Zum Einen hat die Bezie­hung zu Model und Sän­ge­rin Sky Fer­reira hohe mediale Wel­len geschla­gen, zum Zwei­ten seine Dro­gen­sucht. Des­we­gen ver­lief die Aus­sicht auf einen Nach­fol­ger der New Yor­ker Band dann fast schon aus­sichts­los. Jetzt ist „Is The Is Are“ ver­öf­fent­licht wor­den, und die Wel­len schla­gen nun doch wie­der hoch, und dass zu recht.

Als ers­tes stellt man fest, dass Zachary Cole Smith in den fast vier Jah­ren nicht nur bene­belt neben sich stand, son­dern auch flei­ßig war. 17 Songs hat er auf dem neus­ten Werk auf zwei Schall­plat­ten oder eine CD gepresst. Zudem ist seine Fähig­keit bemer­kens­wert, schöne Songs zu schrei­ben, die im ers­ten Moment alles andere als schön schei­nen. Zachary Cole Smith hat auf „Is The Is Are“ ein düs­te­res Album erschaf­fen, wel­ches auf den ers­ten Blick wie ein acht­zi­ger­jahre Auf­guss wirkt. Doch so ein­fach ist es nicht.

Ähn­lich wie Ariel Pink wer­den hier ver­meint­lich bekannte Struk­tu­ren neu zusam­men­ge­bracht, auf dass dar­aus etwas Eige­nes ent­steht. Hier hört, riecht, schmeckt es nach Post Punk und jeder Menge hal­len­der Gitar­ren und Bass­läu­fen, die man durch­aus von The Cure kennt und liebt. Auch schwebt Sho­ega­zing durch den Raum, und Dream Pop ist all­ge­gen­wär­tig. Einige Men­schen hören dann auch Krau­t­rock her­aus, und Zachary Cole Smith sagt, dass Cans „Tago Mago“ Ein­fluss hatte, genauso wie „Bad Moon Rising“ von den Noise‐​Vetaranen Sonic Youth. Es sind große Alben, und in diese wird sich sicher­lich auch in naher Zukunft „Is The Is Are“ einreihen.

Dabei sind Songs, die hyp­no­tisch sind und in wich­ti­gen Momen­ten genug Verve haben, einen auf die Tanz­flä­che pas­sen­der Tanz­schup­pen zu locken, aber auch in gewis­ser Sta­tik ver­har­ren kön­nen. Doch die Ergeb­nisse sind immer gleich, es sind wirk­lich tolle Songs, die zudem auch haf­ten blei­ben, zudem will man sich immer tie­fer hin­ein­stei­gern und eben alles füh­len, rie­chen, schme­cken, tas­ten und hören.

Selbst wenn ein Song wie „Take Your Time“ dröge wirkt, lockt er einen an, und wenn eben Sonic‐​Youth‐​artige kleine Krach‐​Orgien bei „Mire (Grant´s Song“) erklin­gen, ist man gefühlt im Musik‐​Olymp ange­kom­men, und ab da liebt man eben jeden Ton.

Erschie­nen bei: Cap­tu­red Tracks /​Cargo
www​.diiv​.net

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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