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Donnerstag, 20. September 2018

Staring Girl

In einem Bild

Staring Girl – In einem Bild
Staring Girl – In einem Bild

Eigent­lich ist die Mit­tei­lung, dass Sta­ring Girl wie­der da ist, eine Sen­sa­tion, und den­noch wird diese Band sicher­lich nur einem klei­nen Kreis in Erin­ne­rung sein. All diese Men­schen, die sich 2012 in „Sie­ben Stun­den und 40 Minu­ten“ ver­lieb­ten, weil die Texte klug und die Musik wie­derum ange­nehm zurück­hal­tend war.

Doch danach waren die Kie­ler Her­ren nahezu ver­schwun­den, und eigent­lich hatte man als geneig­ter Fan nicht mehr mit einem Nach­fol­ger gerech­net. Nun ist „In einem Bild“ da, und es ist genau wie frü­her. Musi­ka­lisch wird hier jetzt nicht über­trie­ben, nicht kraft­ge­mei­ert, aber im rich­ti­gen Moment dann doch Vita­li­tät zur Schau gestellt, wie etwa bei „Bil­der an der Wand“, wo alle Instru­mente sich gleich­be­rech­tigt vereinigen.

Aber es gibt auch die gegen­tei­li­gen Situa­tio­nen, wie das karge „Vom Bal­kon aus“, bei dem der Bass den Ton angibt. Americana‐​Sound gibt es hier so selbst­ver­ständ­lich wie thea­tra­li­sche Piano‐​Balladen, und den­noch ist es nie kli­schee­ver­han­gen. Das hat sei­nen Preis, denn es gibt hier nur wenige Songs, die man als Hit in Betracht zie­hen kann. Ist aber auch nicht so wich­tig, denn hier sind die Wör­ter wich­tig und klug.

Meist han­deln die Songs, wie der Opener beti­telt ist, vom „Stol­pern, Tau­meln und Lau­fen“. Also von einem lan­gen Weg, wel­cher ein Ziel am Ende, aber der auch Angst und Lethar­gie in sich hat. Auch von fei­nen Erzäh­lun­gen, die diese Band mit die­ser Fähig­keit auch in Rich­tung von Ele­ment Of Crime bugsiert.

Erschie­nen bei: Kom­büse Schall­plat­ten­er­zeug­nisse /​Bro­ken Silence
sta​ring​girl​.band​camp​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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