// Musik

Sonntag, 06. August 2017

Golden Disko Ship

Imaginary Boys

Golden Disko Ship – Imaginary Boys
Golden Disko Ship – Imaginary Boys

Der Name Gol­den Disko Ship klingt nach eupho­ri­schen Tanz­näch­ten, bei denen man vor lau­ter Glück zer­sprin­gen müsste. Doch wer die­sen Act kennt, weiß, dass man mit sim­plen Rhythmus‐​Strukturen hier nicht bedient wird. Viel­mehr ist die Musik für Kopf und Geist kon­zi­piert. Das ist sicher­lich auch das, was alle ihre drei vor­he­ri­gen Alben (habe die Split‐​Platte mit­ge­rech­net) eint.

Ansons­ten kann man fest­stel­len, dass die Musik von The­resa Stro­et­ges sich immer wie­der neu ent­wi­ckelt. Kein Album gleicht dem ande­ren, und trotz­dem ist immer die DNA erkenn­bar. Schließ­lich ist jedes ihre Werke immer expe­ri­men­tell, aber jedes auf seine eigene Art. Bei „Ima­gi­nary Boys“ sind die Tracks noch wei­ter ent­fernt vom klas­si­schen Gebilde, das man gemein­hin als Song bezeich­nen würde. Trotz­dem sind die Stü­cke nicht unhör­bar, aber dafür offen.

Es sind Impro­vi­sa­tio­nen, die irgend­wie end­los klin­gen und beim Opener „Fla­ming Fla­mingo“ sehr spa­cig sind, fast schon Krautrock‐​Strukturen auf­wei­sen. Gut, die Stü­cke kön­nen auch kom­pak­ter klin­gen, wie bei „Paci­fic Trash Vor­tex“ bei dem neben Drone‐​Stör‐​Klängen auch tech­no­ide Rhyth­men auf­tau­chen und The­resa Stro­et­ges ihren Gesang doppelt.

Ver­stö­ren­der ist „Wrong Beach“ mit sei­nen selt­sa­men Strei­chern und düs­te­ren Industrie‐​Klängen. Fli­ckernde Trance‐​Geräusche mit man­tra­ar­ti­gem Gesang erlebt man bei „Sund­runk“. Der Schluss­song „Life­like Sundown“ erstreckt sich über neun Minu­ten und ist wie­der ein Bei­spiel für end­lose Klänge, die sich am Ende bün­deln, um dann wie­der aus­ein­an­der zu fal­len in psy­che­de­li­sche, elek­tro­ni­sche Krautmusik.

Das Schöne an „Ima­gi­nary Boys“ ist die Tat­sa­che, dass am Ende alles wie­der sehr homo­gen klingt und dabei immer wie­der den Anreiz schafft, das Werk (mit all sei­nen Kom­ple­xi­tä­ten) hören zu wollen.

Erschie­nen bei: Karlrecords
www​.gol​den​dis​ko​ship​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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