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Samstag, 09. Juni 2018

Sam Vance-Law

Homotopia

Sam Vance-Law – Homotopia
Sam Vance-Law – Homotopia

getre­ten, und des­we­gen ist es sicher­lich bewun­derns­wert, dass er gleich mit dem Debüt „Homo­to­pia“ nahezu alles rich­tig macht. Es war schein­bar ein klu­ger Schach­zug, nicht im Vor­wege Appe­tit­an­re­ger in die Popkultur‐​Landschaft zu werfen.

Bis dato ist Sam Vance‐​Law musi­ka­lisch noch nicht in Erschei­nung So hatte der Kana­dier genug Zeit, sich und seine Songs zu fin­den und zu defi­nie­ren. Herr­li­cher Indie‐​Pop ist es gewor­den, was man vom dem jun­gen Mann, der der­zeit in Ber­lin lebt, auf „Homo­to­pia“ hört. Man kann diese 35‐​Minuten‐​Platte gleich mit gro­ßen Refe­ren­zen behaften.

Schließ­lich schießt einem ganz schnell Ste­phin Meritts Band Magne­tic Fields in den Kopf, was zum einen an der stimm­li­chen Ähn­lich­keit liegt, zum ande­ren auch dem schö­nen Indie‐​Pop und auch –Rock. Auch der Hang zum Kam­mer­pop ist deut­lich, was wahr­schein­lich daran liegt, dass er schon mit vier Jah­ren das Gei­gen­spiel erlernte und lange Zeit keine Berüh­rungs­punkte zur schnö­den Pop­mu­sik hatte.

Das ist viel­leicht auch der Grund, wes­halb seine Varia­tion unge­wöhn­lich und klug daher kommt und sich gekonnt mit Klas­sik ver­bin­det. „Isle Of Man“ ist eine Kammerpop‐​Großtat, die Gei­gen, Holz­blä­ser, Flö­ten und Sai­ten­in­stru­mente schwel­len mal an und ab, alles sitzt per­fekt und endet den­noch nicht in Kitsch und Bombast.

Das ist sicher­lich die große Kunst des Sam Vance Law, dezent und im pas­sen­den Moment dann doch dick auf­tra­gen. Da ist man nicht ver­wun­dert, das Kon­stan­tin Grop­per „Homo­to­pia“ auf­ge­nom­men hat. Auch ange­nehm ist, dass er seine Homo­se­xua­li­tät nicht ver­steckt und damit auch offen­siv umgeht und the­ma­ti­siert, dar­aus aber nicht große Ges­ten pro­du­ziert. Er nimmt sich selbst nichts so wich­tig, aber bei die­sem Bari­ton fällt er auch genug auf.

Mit die­ser tie­fen Stimme kann er auch einen wil­den Rock­ritt wie „Fag­got“ aus dem Ärmel schüt­teln oder mit dem herr­lich per­len­den Indie‐​Song „Pret­ty­boy“ die jun­gen Arcade Fire mal locker über­trump­fen. Eine Groß­tat ist „Homo­to­pia“ gewor­den, die Men­schen mit Hang zur Klas­sik, Rufus Wain­w­right, And­rew Bird, Magne­tic Fields aber auch Bands vom Labrador‐​Label begeis­tern dürfte.

Erschie­nen bei: Caro­line /​Uni­ver­sal
www​.sam​van​ce​law​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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