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Sonntag, 10. Januar 2016

Kiel wächst weiter

Höchste Einwohnerzahl seit 1983

In Kiel gab es erstmals seit 1969 einen Geburtenüberschuss. Foto: hfr
In Kiel gab es erstmals seit 1969 einen Geburtenüberschuss. Foto: hfr

So hohe Zah­len konn­ten Kiels Sta­tis­ti­ker sehr lange nicht prä­sen­tie­ren: Zum Jah­res­ende 2015 regis­trierte die städ­ti­sche Ein­woh­ner­mel­de­stelle einen Bevöl­ke­rungs­be­stand von 246.269 – die höchste Zahl seit 1983. Gegen­über dem Vor­jahr stieg die Anzahl der in Kiel gemel­de­ten Men­schen um 3.929, dies ist der größte Bevöl­ke­rungs­zu­wachs seit 1951.

Vor allem Flücht­linge sorg­ten für den rasan­ten Anstieg der Bevöl­ke­rung im Saldo. Dem­ent­spre­chend stieg die Zahl der in Kiel leben­den Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der von 21.883 auf 25.763, der Aus­län­der­an­teil stieg auf 10,46 Pro­zent. Dies ist ein Höchst­stand, aller­dings liegt Kiel damit nach wie vor deut­lich unter dem Durch­schnitt west­deut­scher Groß­städte. Flücht­linge in der Erst­auf­nah­me­ein­rich­tung am Nord­marksport­feld sind dabei ebenso wie Tran­sit­flücht­linge nicht berück­sich­tigt, da sie nicht in Kiel gemel­det sind.

Nicht nur diese Zah­len der städ­ti­schen Sta­tis­ti­ker bewei­sen: Kiel wächst. Dazu beige­tra­gen hat auch – neben der hohen Zuwan­de­rung – der erste Gebur­ten­über­schuss seit 1969. Die Zahl der Gebur­ten über­stieg die der Todes­fälle um 34. Und Kiel wird dabei sogar immer jün­ger. Der Alters­durch­schnitt der Kie­ler Bevöl­ke­rung ist leicht gesun­ken auf 41,38 Jahre (minus 0,16).

Die abso­lute Zahl von 2504 Gebur­ten 2015 ist zudem die höchste seit 20 Jah­ren. Und auch die Zahl der Gebur­ten pro 1000 Frauen zwi­schen 15 und 45 Jah­ren stieg an – weil deut­sche Frauen mehr Kin­der bekom­men (43,9 je 1000 Frauen). Bei den aus­län­di­schen Frauen ging der Ver­gleichs­wert leicht zurück auf 72,6.

Ober­bür­ger­meis­ter Ulf Kämp­fer: „Es ist eine schöne, aber auch anspruchs­volle Auf­gabe, das wach­sende Kiel zu gestal­ten. Beson­ders freut mich der Anstieg bei den Gebur­ten. Auch des­halb wächst Kiel noch schnel­ler als bis­lang pro­gnos­ti­ziert. Und wir wer­den wei­ter wach­sen, denn die Hoch­schu­len, die stei­gende Zahl an Arbeits­plät­zen und die hohe Lebens­qua­li­tät wer­den auch zukünf­tig für Zuzug sor­gen. Das zeigt aber auch: Der Bau von mehr und bezahl­ba­rem Wohn­raum und die Inte­gra­tion der Flücht­linge sind zen­trale Kie­ler The­men der nächs­ten Jahre.“

Auch bei der Betrach­tung der Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung in den Kie­ler Stadt­tei­len ist der ver­mehrte Zuzug von Flücht­lin­gen unüber­seh­bar. Am deut­lichs­ten wuch­sen sowohl die Stadt­teile mit gro­ßen zen­tra­len Flücht­lings­ein­rich­tun­gen (Hol­tenau plus 790 und Wik plus 504) als auch die bei­den Stadt­teile mit dem tra­di­tio­nell höchs­ten Aus­län­der­an­teil (Gaarden‐​Ost plus 652 und Met­ten­hof plus 290), die beide häu­fig ers­tes Zuzugs­ge­biet für Aus­län­der in Kiel sind.

Wei­ter­hin auf Wachs­tums­kurs sind auch Mei­mers­dorf und Moor­see, wo es seit eini­gen Jah­ren das größte Neu­bau­ge­biet der Stadt gibt. Nen­nens­werte abso­lute Bevöl­ke­rungs­zu­wächse gab es zudem in Neumühlen/​Dietrichsdorf, Süd­fried­hof, Ravens­berg und Elm­schen­ha­gen. Ledig­lich Rus­see, Düs­tern­brook und Schilk­see ver­lo­ren Einwohner.

Über den Autor

Anita Siegmund Anita Siegmund

Ste­cken­pferd: Thea­ter­pre­mie­ren, Aus­flug­tipps in Kiel, aber auch alles was sonst noch inter­es­sant ist in Kiel.

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