// Musik

Montag, 22. Februar 2016

Chris Cornell

Higher Truth

Chris Cornell – Higher Truth
Chris Cornell – Higher Truth

Solo­werke sind ja immer eine Her­aus­for­de­rung für beide Sei­ten. Ein Para­de­bei­spiel ist sicher­lich Chris Cor­nell. Seine Band Sound­gar­den war sicher­lich eine der stil­prä­gends­ten und ein­fluss­reichs­ten Bands des Grunge, und auch mit sei­nem dama­li­gen Neben­pro­jekt Temple Of The Dog hat er Seat­tle auf der Land­karte der Rock­mu­sik noch mehr ein­ge­kreist und her­vor­ge­ho­ben. In einer Band ist Chris Cor­nell immer für gute Qua­li­tät bekannt.

Bei sei­nen Allein­gän­gen ist dies dann doch nicht der Fall. Was musste der geneigte Fan schon mit sei­nem Hel­den erle­ben. Eini­ges, was er durch­aus auch mit sei­ner Haupt­band hätte ver­öf­fent­li­chen kön­nen, was durch­aus auch okay ist. Doch wel­cher Anhän­ger hat eine Ver­wen­dung für durch­schnitt­li­chen Dance‐​Pop, wie er ihn 2009 auf „Scream“ servierte?

Die musi­ka­li­sche Suppe war lau­warm und klang irgend­wie auf­ge­wärmt. Des­we­gen ist immer Skep­sis ange­sagt, wenn es um Solo­plat­ten von ihm geht. Da ver­wun­dert es sicher nicht, wenn das Inter­esse an „Hig­her Truth“ doch recht bedeckt aus­fällt. Doch man kann Ent­war­nung geben: Es ist beste Cornell‐​Werk.

Gut, der Ver­stär­ker wird hier nicht mehr auf Anschlag gedreht, und auch sonst hat er viele Rock­sche­mata abge­legt. Trotz­dem ist „Hig­her Truth“ ein Album, das Kraft hat und zu ihm passt. Es ist zwar lei­ser und durch­aus auch besinn­li­cher gera­ten, aber Chris Cor­nell kann hier seine Stimme rich­tig ein­set­zen. Diese hat halt noch immer eine Ein­zig­ar­tig­keit, die man heut­zu­tage nicht mehr so oft in der Rock­mu­sik erle­ben darf. Druck­voll und immer leicht ange­raut schafft er es, dass jeder Song span­nend bleibt, selbst wenn einer wie „Wrong Side“ eigent­lich eher unauf­re­gend daherkommt.

Was auf „Hig­her Truth“ auch sofort auf­fällt, ist, dass die Arran­ge­ments wesent­lich mehr auf Har­mo­nien set­zen, und so ist alles wohl­tem­pe­riert. Da ver­wun­dert es einen auch nicht, dass der Opener „Nearly For­got My Bro­ken Heart“ recht schnell im Kopf bleibt, was aber auch am Mandolinen‐​Spiel lie­gen mag. Oder das ruhige „Mur­de­rer Of Blue Skies“, wel­ches sogar ein Gitarren‐​Solo abbe­kom­men hat und somit noch mal die Rock‐​Gene offen legt.

Das Titel­stück hat etwas Hym­ni­sches und könnte durch­aus vor Jah­ren von Queen geschrie­ben wor­den sein. Es ist beru­hi­gend zu wis­sen, dass Chris Cor­nell mit „Hig­her Truth“ wie­der ein zwin­gen­des Album her­aus­ge­bracht hat, sein bes­tes Solo‐​Album zudem.

Erschie­nen bei: Universal
chris​cor​nell​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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