// Musik

Freitag, 05. Januar 2018

Adam Carpet

Hardcore Problem Solver

Adam Carpet – Hardcore Problem Solver
Adam Carpet – Hardcore Problem Solver

Auf den ers­ten Blick würde man ver­mu­ten, dass man es bei „Hard­core Pro­blem Sol­ver“ mit einem neuen Werk der umtrie­bi­gen The Resi­dents zu tun hat. Die haben die­ses Jahr ein Kon­zept­al­bum zu den größ­ten Zug­un­glü­cken des 20. Jahr­hun­dert auf­ge­nom­men, und warum dann nicht eine EP mit dem Namen „Hard­core Pro­blem Sol­ver“, zumal uns auf dem Cover ein Rie­sen­auge anguckt.

Doch es ist eine Klein­platte von Adam Car­pet, und schwupps, ist man schon wie­der auf der fal­schen Fährte unter­wegs. Es ist kein ein­zel­ner Künst­ler als Adam Car­pet unter­wegs, son­dern fünf Musi­ker aus Ita­lien. Diese machen aber auch Musik, die eher für absei­tige Ohren gedacht ist, ähn­lich wie bei The Residents.

Trotz­dem kom­men sie sich nicht ins Gehege, schließ­lich tischen Adam Car­pet wesent­lich mehr elek­tro­ni­sche Musik auf. Man kann auch schon von leicht tech­no­iden Sounds spre­chen, und das ganze auch mit einem leich­ten Charme der Ver­gan­gen­heit. Viel­leicht ist das auch der Grund für das Cover­mo­tiv, wel­ches ja auch eher die alte Zeit sym­bo­li­sie­ren würde. Trotz­dem sind die vier Stü­cke nicht verstaubt.

Nein, es ist immer eine schnelle Dyna­mik dabei, und auch Wall Of Sound kann man die Musik beti­teln. Schon der Opener „Hec­tor Mann“ sorgt beim Intro mit sei­nen Vogel­ge­räu­schen und dem hek­ti­schen Beat dafür, dass die Boxen zu tun haben. Danach ent­wi­ckelt sich dann aber eine Pop‐​Melodie, die man durch­aus auch von Under­world kennt. „Miss Pru­den­zia Young“ ist Club­mu­sik für die hei­mi­schen Wände mit klei­nen aber wir­kungs­vol­len Soundscapes.

Das Titel­stück ist zwar auch für die Tanz­flä­che nicht geeig­net, aber in die eige­nen vier Wän­den sorgt das Stück eher für bedroh­li­che Angst‐​Schweißperlen auf der Stirn, mit­samt sei­nen düs­te­ren Gitar­ren, Bass, hip­pe­li­gen Synthie‐​Klängen und dem Mantra‐​Gesang.

Das letzte Stück „Rock Is Dead, Mambo Is Not“ behaup­tet nicht nur, dass nach Nir­vana nichts mehr kam, son­dern auch wie viele Geräu­sche es schaf­fen, zeit­gleich eine Dyna­mik zwi­schen Techno und Post‐​Rock zu erschaf­fen. Das könnte auch ein guter Weg für Adam Car­pet werden.

Erschie­nen bei: PRIS­MO­PACO Records
www​.adam​car​pet​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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