// Musik

Mittwoch, 03. Januar 2018

Rostam

Half-Light

Rostam – Half-Light
Rostam – Half-Light

Half‐​Light“ heißt ja soviel wie Däm­me­rung, und das ist ja nichts Hal­bes und nichts Gan­zes. Das trifft aber nicht auf das gleich­na­mige Album zu. Die­ses ist eine rich­tige kleine Wun­der­tüte und ein erneu­ter Genie­streich von Rostam. Von wem?

Im ers­ten Moment sagt einem die­ser Name nichts, und wenn man den Nach­na­men Bat­mang­lij nennt, run­zeln die meis­ten Men­schen noch mehr die Stirn. Dabei war er lange Zeit das Vize‐​Wunderkind bei der Band Vam­pire Wee­kend, die dem Afro‐​Pop vor zehn Jah­ren ein wun­der­vol­les Update spen­diert haben.

Doch Rostam ist irgend­wann aus­ge­stie­gen, war aber den­noch emsig. So hat er aller­hand bekannte Stü­cke für andere Künst­ler gere­mixt, hat Thea­ter­ar­bei­ten auf sich genom­men, mit dem Ra‐​Ra‐​Riot Sän­ger die For­ma­tion Dis­co­very gegrün­det und mit Hamil­ton Leit­hau­ser ein gemein­sa­mes Album auf­ge­nom­men. Doch sich ein­fach mal zurück­zu­leh­nen, ist schein­bar nichts, was Rostam gut beherrscht.

Des­we­gen hat er nun „Half‐​Light“ her­aus­ge­bracht, und die­ses Album ist genauso viel­fäl­tig wie sein gan­zes Schaf­fen. Mal gibt es ruhige Trauerkloß‐​Balladen mit Klavier‐​Pathos, wie beim Titel­stück, aber als Gegen­ge­wicht gibt es auch Stü­cke, bei denen es wild ras­selt, klim­pert, pol­tert und Flö­ten und Schlag­zeug sich über­schla­gen. Manch­mal ist er damit dicht dran an Freak Folk, der selbst Deven­dra Ban­hart in den Schat­ten stellt und manch­mal hört man auch den son­der­ba­ren Groove und den Hang zu Global‐​Sounds. Nur kön­nen diese, wie bei „Rudy“, noch wesent­lich abwe­gi­ger sein.

Komi­sche Klänge, irgendwo zwi­schen Afro‐​Beat und Jazz unter­wegs und ein­dring­li­chem und schlaf­trun­ke­nem Gesang. Die­ser Song spie­gelt „Half‐​Light“ wun­der­bar wider, denn es geht hier um Wach­sein und Müdig­keit. Das ein­zige, was man hier bemän­geln kann, ist die Tat­sa­che, dass Lie­der einen doch über­for­dern kön­nen, da an jeder Ecke neue Ideen lau­ern. Man kann also von einem Luxus­pro­blem sprechen.

Erschie­nen bei: None­such /​War­ner
tum​blr​.offi​ci​al​rostam​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

facebook

 

Werbung