// Musik

Mittwoch, 01. Februar 2012

Ladytron

Gravity The Seducer

Ladytron – Gravity The Seducer
Ladytron – Gravity The Seducer

Eines kann man Lady­tron ganz bestimmt nicht vor­wer­fen: man­gelnde Pro­duk­ti­vi­tät. Seit ihrer Grün­dung im Jahre 1999 haben sie immer flei­ßig Alben her­aus­ge­bracht, und „Gra­vity The Sedu­cer“ ist das fünfte Studio‐​Werk. Neben­bei noch Live– und Remix‐​Werke und jede Menge Sin­gles gehen auch auf ihr Konto.

Was man der Band aus Liver­pool eher vor­wer­fen kann, ist, dass sie sich musi­ka­lisch nicht son­der­lich ver­än­dern. Noch immer regie­ren die Syn­the­si­zer hier den Sound und froh­lo­cken sel­ten in fröh­li­chen Tönen, lie­ber las­sen sie es schwer­mü­tig klin­gen, und die bei­den Sän­ge­rin­nen Mira Aroyo und Helen Mar­nie sin­gen dis­tan­ziert dazu.

Meist sind die Songs iso­liert und klin­gen eher wie eine Indus­trie­stadt im Regen, irgend­wie futu­ris­tisch, und den­noch kommt man sich so unbe­hag­lich vor. Erstaun­lich dabei ist aber, dass fast jeder Song doch irgend­wie eine Melo­die hat, die einem schnell im Kopf schwirrt.

Das war bei ihrem kar­gen und nach Human Lea­gue klin­gen­den Debüt „604“ und auch bei ihrem voll­mun­dig arran­gier­ten „Velo­ci­fero“ so, da macht auch „Gra­vity The Sedu­cer“ keine Ausnahme.

Die Band hat ihren Sound gefun­den und bleibt die­sem nun treu. Gut, es gibt auch hier ein paar neue Kniffe, so hat der Opener „White Ele­phant“ einen leich­ten aber geziel­ten Bass, und im Hin­ter­grund hört man eine elek­tro­ni­sche Geige zirp­sen. Die­ser Song zeigt aber, dass die neuen Songs nicht so kraft­voll sein sol­len, dafür ein wenig ver­spiel­ter und auch schüch­ter­ner als zuvor.

Auch gab es schon Pha­sen in der Band, wo die Songs schwe­rer waren, diese hier sind meist leicht und lie­be­voll wie etwa das aus der Werk­schau bekannte „Ace Of HZ“. Aber bei „Gra­vity The Sedu­cer“ wird auch mehr Wärme ver­sprüht, wie bei „Ninety Degrees“ hör­bar, dort set­zen Lady­tron ana­loge Orgeln ein, und auch die Geige taucht wie­der auf.

Man kann also fest­stel­len, dass man es hier mit einem der zugäng­lichs­ten Alben von Lady­tron zu tun hat, und den­noch ver­leug­nen sie nicht ein­mal im Ansatz ihre bis­he­rige Vergangenheit.

Erschie­nen bei: Nett­werk /​Soul­food

www​.lady​tron​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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