// Musik

Dienstag, 04. April 2017

Joy Denalane

Gleisdreieck

Joy Denalane – Gleisdreieck
Joy Denalane – Gleisdreieck

Ein wenig hatte sich Joy Den­alane zurück­ge­zo­gen, ihr letz­tes Album „Mau­reen“ ist bereits 2011 erschie­nen. Ver­mut­lich hat sie ihr pri­va­tes Glück genos­sen, denn im sel­ben Jahr haben Max Herre und sie wie­der zusam­men gefun­den, und mit den Kin­dern blieb ein­fach nicht mehr soviel Zeit für Musik.

Gleis­drei­eck“ heißt nun ihre neue Schall­platte, und diese führte sie zu ihrem pri­va­ten Gleis­drei­eck. Damit ist gemeint ihre Hei­mat­stadt Ber­lin, aber auch das Pri­vate. Die Gabe­lung von Ver­gan­gen­heit und Zukunft, von Sicher­heit und dem Unge­wis­sen, und was treibt (in die­sem Fall Joy) an? Klingt kom­plex, und den­noch schafft es die 43‐​Jährige, es so zu ver­pa­cken, dass es nicht so klingt.

Den­noch ist es auch kein nai­ves Leicht­ge­wicht, was man hier wie­der hört. Alles sehr gekonnt arran­giert, und auch schafft sie es, Gen­res homo­gen zu ver­men­gen. Da hört man Gos­pel, Afro­beat, smoo­then Hip­Hop (ohne dass man die­sen wirk­lich spürt) und natür­lich ganz ein­deu­tig Soul.

Der Hip­Hop taucht immer in Form von Gast­mu­si­kern auf, wie etwa dem Ber­li­ner Rap­per Chima Ede oder New­co­mer Trap‐​King‐​Rin. Aber auch ein Star wie Mate­ria mel­det sich hier zu Wort. Erstaun­lich dabei ist, dass alle diese Musi­ker sich dezent im Hin­ter­grund auf­hal­ten und „Gleis­d­reick“ zu einem rei­nem Joy‐​Denalane‐​Album wer­den lassen.

Das nächste Schöne an die­sem Album ist, dass es ganz ange­nehm ohne Hek­tik daher kommt. Gerne wer­den dazu ein paar Strei­cher auf­ge­tra­gen, aber eben nie so viele, dass es kit­schig wird. Joy Den­alane macht eigent­lich kaum einen Pat­zer. Viel­leicht mag man bemän­geln, dass auf die­sem vier­ten Album kein rich­tig grif­fi­ger Hit sich ver­steckt. Auch wenn die Hom­mage an „Elli Lou“ mit ihrem unbe­schwer­ten Afro‐​Beat durch­aus Spaß macht und ganz neben­bei eine ange­nehme leichte Bot­schaft versteckt.

Doch sim­ple Ohr­wür­mer sind nicht Joy Den­ala­nes Metier, dafür erreicht sie einen mit ihrer Mensch­lich­keit und den gefühl­vol­len Momen­ten. Diese beherrscht sie wie kaum jemand anders hier­zu­lande und ist somit zurecht eine der wich­tigs­ten deutsch­spra­chi­gen Soul‐​Sängerinnen.

Erschie­nen bei: Ver­tigo /​Uni­ver­sal
www​.joy​den​alane​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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