// Musik

Dienstag, 12. Januar 2016

De Lux

Generation

De Lux – Generation
De Lux – Generation

De‐​Lux tra­ten vor zwei Jah­ren das erste mal in Erschei­nung, in Form einer EP. Aller­dings ließ ihr Album‐​Debüt „Voyage“ die Begeis­te­rung im mit­tel­schwe­rer Form los­bre­chen. „If You Only buy one Post‐​Disco Album this Week by a pair of dis­pla­ced Los Ange­lino New Yor­kers, make sure it´s Voyage“ schrieb The Guar­dian sehr ange­tan von der Platte.

Der Post‐​Disco‐​Hype ist seit ein paar Jah­ren ein wenig abge­flaut. Auch dass viele Indie‐​Bands offen ihre Zunei­gung zu den Tal­king Heads offen aus­ge­lebt haben, liegt schon zehn Jahre zurück. LCD Sound­sys­tem sind Geschichte. Eigent­lich ist der Zug abge­fah­ren, und den­noch ist das neue Werk von Sean Gue­rin und Isaac Franco alias De Lux einer der erfri­schends­ten und mit­rei­ßends­ten Lang­spie­ler die­ses Jahres.

Zum einen, weil der Klang der Platte nicht ganz so auf­po­liert ist und die­ses Duo sich eben auf andere Fak­to­ren ein­ge­schos­sen hat. Das wich­tigste aber ist, dass diese Platte immer in Bewe­gung ist. Es ist immer ein Groove da, immer herr­lich wun­der­sam und auch ver­spult. Kein Song, der hier nicht tanz­bare Post‐​Disco‐​Klänge aus­spuckt, selbst wenn ein Song kurz­fris­tig klingt, als würde er die Ori­en­tie­rung verlieren:

Irgend­wann grei­fen die bei­den ein, um den Song zu ret­ten und auch den Groove. Doch nur eine Minute spä­ter geht der rote Faden mal wie­der ver­lo­ren, der dann an einer ande­ren Ecke dar­auf war­tet, wie­der auf­ge­grif­fen zu wer­den. Es ist viel Platz für Expe­ri­mente, wie beim Post‐​Disco üblich.

Ja, und auch Tal­king Heads poly­hyth­mi­scher Afro‐​Wave‐​Pop ist immer da, auch der Gesang erin­nert pha­sen­weise an den von David Byrne, und den­noch ist auch Falsett‐​Gesang mög­lich, wie bei „No One Really Cares Who You Are“.

Gerne nei­gen die Songs auch aus­zu­ufern und den zeit­li­chen Rah­men mal eben an die Zehn‐​Minuten‐​Grenze aus­zu­lo­ten, also jede Menge Platz, um besag­ten Groove klug anschwel­len zu las­sen und eben auch die Arrangement‐​Kleider immer wie­der zu wech­seln. Macht wirk­lich Spaß, diese Platte, und zeigt, dass die Musik­ge­schichte eben nie zu Ende erzählt ist und immer im Wandel.

Erschie­nen bei: Inno­va­tive Lei­sure /​Rough Trade
www​.face​book​.com/​d​e​l​u​xband

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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