// Musik

Samstag, 10. Juni 2017

Soulwax

From Deewee

Soulwax – From Deewee
Soulwax – From Deewee

Soul­wax sind keine klas­si­sche Gitarren‐​Band mehr. Diese Erkennt­nis ist ja nun wahr­lich nicht neu. Spä­tes­tens seit dem letz­ten regu­lä­ren Album „Any Minute Now“ (2004) haben sie die Sai­ten­in­stru­mente zur Seite gestellt. Mehr und mehr elek­tro­ni­sche wur­den die Songs und wenn man Titel wie „E Tal­king“ oder „NY Excuse“ hört stellt man fest dass es sich doch eher um Club‐​Songs han­deln. Da hat es auch nie­man­den ver­wun­dert dass die Bel­gier von der Platte auch eine Remix‐​Platte her­aus­ge­bracht hat.

Auch dass die bei­den Dewaele‐​Brüder als 2 Many Djs welt­weit für Furore gesorgt haben unter­streicht die Tat­sa­che dass Soul­wax eben keine Indie‐​Gitarren‐​Band sind. Ver­mut­lich haben sie sich nie so gese­hen. Da passt es auch wun­der­bar dass sie ihren Weg wei­ter kon­se­quent voran schrei­ten. Doch wer auf „From Deewee“ auf rich­tige Club‐​Tracks hofft, der wird hier ein wenig ent­täuscht wer­den auch wenn ein Titel „The Sin­ger Has Become A Deejay“ heißt.

Ein Hin­weiß wie das Album klingt ist sicher­lich der Album‐​Titel „From Deewee“. Deewee ist das Stu­dio der bei­den Brü­der aus Gent und so ist diese Schall­platte auch eher ein Studio‐​Album. Eines dass eben nicht so auf offen­sicht­li­chen Melo­dien setzt, son­dern eher als Gesam­tes betrach­tet wer­den soll. Des­we­gen wurde „From Deewee“ auch in einem Stück und einen Tag aufgenommen.

Klingt nach einen Schnell­schuss und den­noch ist es nicht gewor­den. Eher sind die Songs immer in einem Fluss und man kann schnell mit‐​schwimmen. Sehr ryht­mus­las­tig sind die zwölf Songs gewor­den und haben auch etwas ana­lo­ges. Denn die Beats klin­gen gerne nach einem Zeit­al­ter als die Klang­kis­ten grö­ßer waren und so kann man auch viele Refe­ren­zen zu Kraft­werk, Jean‐​Michel Jarre herleiten.

Die Syn­t­hei­zer spie­len auf den Album die tra­gende Rolle und den­noch ist hier nicht der Synthie‐​Pop der Acht­zi­ger zu fin­den. Soul­wax gelingt es die Ver­gan­gen­heit mit der Neu­zeit und dem Soulwax‐​Universum zu ver­bin­den. „From Deewee“ ist eigen­stän­dig geblie­ben und ein Track wie „Mis­sing Wires“ lässt auch ein Blick in die Band‐​Vergangenheit zu, denn dort wird noch mal wild getrom­melt und ist soet­was wie ein Rock‐​Dance‐​Hybrid mit einem Charme denn auch James Mur­phy ganz bestimmt gefal­len würde.

Erschie­nen bei: PIAS /​Rough Trade
soul​wax​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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