// Musik

Montag, 03. Dezember 2018

Tash Sultana

Flow State

Tash Sultana – Flow State
Tash Sultana – Flow State

Tash Sul­tana stammt aus Mel­bourne und ist am 18 Juni 1995 als Natsaha Sul­tana zur Welt gekom­men, so weit die Fak­ten zur Per­son. Sie bezeich­net ihre Musik als „nicht gen­re­ba­siert“. So eine Aus­sage ist ziem­lich mutig in Zei­ten, wo man das Gefühl hat, es gebe alle Spiel­ar­ten, und es sei schwer, etwas Neues zu erschaffen.

Kom­plett Neues hat Tash Sul­tana auf ihrem Debüt „Flow State“ auch nicht erschaf­fen, man könnte also mei­nen, ihre Mes­sage basiert auf dem heu­ti­gen Drang, immer ein Indi­vi­duum zu sein. Doch gewisse Eigen­hei­ten fin­det man auf „Flow State“ den­noch. Bei­spiels­weise hat sie eine Zunei­gung zu Loops, die sich sich immer wie­der bemerk­bar machen.

Diese sind aber nicht so mas­siv, dass sie einem sofort auf­fal­len. Sie schwir­ren eher wie beschwipste Schmet­ter­linge in Kopf herum. Dazu gerne lieb­li­cher Gesang und Melo­dien, die einen mit Schlaf­zim­mer­blick anschauen, und sie wir­ken auch. Immer­hin lie­fen ihre ers­ten bei­den Sin­gles „Jungle“ und „Notion“ in Down Under dau­er­haft im Radio und beleb­ten die On‐​Air‐​Kultur mit leich­tem Nachdruck.

Die besag­ten Hits sind nicht auf die­ser Lang­spiel­platte zu fin­den, dafür Songs ähn­li­cher Cou­leur. Die Songs win­den sich las­ziv umher und sind ein­deu­tig dem Dream‐​Pop zuge­wandt. Der Gesang aller­dings kann auch fluffige Sprechgesang‐​Passagen beinhal­ten. Finger‐​Licking‐​Übungen an den Sai­ten­in­stru­men­ten sor­gen für leichte Luf­tig­keit, aller­dings kann sie wie bei „Ciga­ret­tes“ auch mal Pflichtkurs‐​Gitarren‐​Riffs und Soli mit Bra­vour meis­tern. Dabei spielt sie die­ses und alle wei­te­ren 14 Instru­mente selbst ein und loopt und beat­boxt auch ganz alleine.

Man darf dabei auch zu den­ken geben, dass sie noch so jung ist, dass sie bei ihren ers­ten Auf­trit­ten vor drei Jah­ren ihren Aus­weis gefälscht hat, um über­haupt auf der Bühne zu ste­hen. Nun ist sie voll­jäh­rig und klingt schon wie ein mit­tel­al­ter Hase, der sich viel ange­eig­net hat. Ähn­lich­kei­ten zum Leben und Schaf­fen und zur Musik zu Lorde sind nicht aus­ge­schlos­sen. Und ebenso, dass beide sich in keine klas­si­sche Genre‐​Schublade packen las­sen und den­noch etwas wie Pop­stars wider Wil­len sind.

Erschie­nen bei: Lonely Hands Records /​Sony Music

www​.tash​sul​tana​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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