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Mittwoch, 02. Mai 2018

Various Artists

Feel The Music Vol.1

Various Artists – Feel The Music Vol.1
Various Artists – Feel The Music Vol.1

Es ist schon merk­wür­dig, dass Paul Major seit sei­ner Jugend musik­be­ses­sen ist und erst 2005 mit sei­ner Band „End­less Boo­gie“ das Debüt her­aus­ge­bracht hat. Immer­hin ist Major 1954 in Louis­ville, Ken­tu­cky zur Welt gekom­men. Er hat zwar schon in Bands gespielt und ist in den USA auch reich­lich her­um­ge­kom­men. Zudem hat er einen Plat­ten­la­den betrie­ben und sich über die Jahre ein umfang­rei­ches Wis­sen über die popu­läre Musik­ge­schichte angeeignet.

Man kann sagen, dass er ein Experte ist, vor allem einer, der auch über den Tel­ler­rand schaut. Ein Ken­ner von jeder Menge ver­ges­se­nen und obsku­ren Plat­ten, die es nicht ein­mal zur Rand­no­tiz der Geschichte gebracht haben. Einige Expo­nate in Form von ein­zel­nen Songs hat er nun auf der Com­pi­la­tion „Feel The Music“ versammelt.

Kei­ner der zwölf Acts hat jemals irgend­wel­che große Bedeu­tung aus­ge­übt und jeman­den groß­spu­rig beein­flusst. Ganz zu schwei­gen davon, dass jemand sich mal in den Hit­pa­ra­den plat­ziert hätte. Vie­les liegt ein­fach daran, dass die Musik eigen oder merk­wür­dig ist.

Da wäre der prä­elek­tro­ni­sche Song „Satur­day Thought“ von Bob Edmund, die­ser hat nur eine Platte auf­ge­nom­men, auf der sich Folk mit elek­tro­ni­schen ana­lo­gen Klän­gen paart. Oder „The Tra­vesty Of My Love“ von Todd Lon­er­gan & Buddy Kelly, die Weird Folk‐​Blues gemacht haben, als man das Wort Weird in die­sem Kon­text noch nicht benutzt hat. Wie eine Schul­auf­nahme mutet „Run“ von Ray Har­lowe & Gyp Fox an, wel­ches sich zumin­dest einen klei­nen Sta­tus in Insider‐​Kreisen erar­bei­tet hat und irgend­wie auch ein psy­che­de­li­scher Hit ist.

Auch „Ruby“ von Mer­kin ist ein wenig popu­lä­rer und Folk mit einem Joint in der Hand, und das ein­zige Album ist sogar für einen schma­len Taler leicht zu bekom­men. Die­ses kann man nicht unbe­dingt von allen Songs behaup­ten, Vie­les ist in klei­ner Auf­lage erschie­nen, und einige Plat­ten brin­gen es auf meh­rere Hun­dert Euro.

Doch das sollte nicht der Anreiz sein, son­dern viel­mehr, dass man hier Songs ken­nen­lernt, die nach der Ver­öf­fent­li­chung in den sieb­zi­ger Jah­ren völ­lig in der Ver­sen­kung ver­schwun­den sind. Paul Major hat hier ganze Arbeit geleis­tet, und man hätte so wind­schiefe Space‐​Stücke wie „Cap­tain Zella Queen“ von Mar­cus ver­mut­lich ver­ges­sen oder nie bemerkt, dass Darius mit „I Feel The Need To Carry On“ wie eine ver­rückte Ver­sion von Scott Wal­ker klingt.

Da bei die­ser Zusam­men­stel­lung der Zusatz „Vol.1“ im Titel steht, kann man sich also auf einen zwei­ten Teil freuen.

Erschie­nen bei: Antho­logy Recor­dings /​Alive
antho​lo​gy​re​cor​dings​.band​camp​.com/​a​l​b​u​m​/​p​a​u​l​-​m​a​j​o​r​-​f​e​e​l​-​t​h​e​-​m​u​s​i​c​-​vol-1

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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