Donnerstag, 26. Januar 2012
Güterzug trifft PKW
Die Sorge schwingt mit bei jeder Überquerung eines unbeschrankten Bahnübergangs, und in Kiel wurde dies am Donnerstag Realität: Ein „relativ langsam“ (so die Aussage der Einsatzkräfte) fahrender Güterzug hat um 11:50 Uhr einen PKW gerammt und knapp 100 Meter weit mitgeschleift. Die Fahrerin wurde leicht verletzt, ihre Kinder wurden schwer verletzt und der Großvater erheblich verletzt. Nach der notärztlichen Versorgung vor Ort wurden alle vier Familienmitglieder in das nächste Krankenhaus gebracht, eine Lebensgefahr des 82‐jährigen wird inzwischen nicht ausgeschlossen. Der Lokführer erlitt einen Schock und wird ebenfalls medizinisch behandelt.
Bei dem Unfall waren 30 Feuerwehrleute und zwei Notarztwagen im Einsatz. Nach ersten Ermittlungen des Verkehrsunfalldienstes der Kieler
Polizei sprechen Zeugen von einer funktionierenden Lichtanlage. Man geht davon aus, dass die Fahrerin des Opel Astra aufgrund der tief stehenden Sonne die Lichtzeichen am Bahnübergang übersehen hat.
Die Untersuchung des Unfalls dauert an, bis zum Ende soll der Bahnübergang, der mindestens einmal am Tag von Güterverkehr genutzt wird, durch eine Schranke gesichert werden. Zur genauen Klärung der Unfallursache finden momentan weitere technische Untersuchungen sowohl an der Lichtzeichenanlage als auch an der Lok statt.
Mittels einer weiteren Lok musste der Zug zurückgezogen werden, damit der komplett beschädigte Opel durch die Berufsfeuerwehr Kiel von den Gleisen gehoben werden konnte. Die Bergungsarbeiten und die Unfallaufnahme waren gegen 15 Uhr beendet, die Sperrung der Preetzer Straße ist mittlerweile aufgehoben. Polizei und Rettungsdienste wurden teils durch Schaulustige und weitere Personen behindert, die versuchten den Bahnübergang zu überqueren, indem sie über die auf der Straße stehenden Waggons kletterten.