Dienstag, 31. Januar 2012
The Juan MacLeanAuch sonst schaut John MacLean –so sein richtiger Name– gerne zurück. So klingt der Opener „Find A Way“ mit seinem Pianoriff und seiner Dynamik nach Ibiza‐Seligkeit in den Neunzigern. Oder „Let´s Talk About Me“ hätte bestimmt auf fruchtbaren Boden fallen können, wäre es 1988 veröffentlicht worden, als AcidHouse in seiner Blüte stand.
„Deviant Device“ ist wie ein Ambient Song, der irgendwie doch Rhythmus bekommt und über den sich dann Depeche Mode erfreuen. „Feel So Good“ dockt nochmal am Balearen‐House an, ohne dabei plump zu klingen, dafür arbeitet dieser Song mit Loops, die sich auf zehn Minuten ausdehnen. Wenn man das liest, klingt es wie ein wirres Durcheinander, aber das hat auf „Everybody Get Close“ auch sein Grund.
Schließlich besteht dieses Werk aus einzelnen Songs, die irgendwie in den letzten Monaten entstanden sind; unterschiedliche Songs mit ebenso unterschiedlichen Musikern. The Juan MacLean sieht „Everybody Get Close“ scheinbar selber nicht als klassisches Album an, weshalb dieses Werk nur digital vertrieben wird.
Anhand dieser Tatsache kann man vielleicht auch nachvollziehen, warum so viele Skeptiker den Untergang des Albums im Zusammenhang mit dem Abgang des physischen Tonträgers prophezeien. Denn schlüssig ist „Everybody Get Close“ nicht, dafür aber abwechslungsreich, und Songs wie „Happy House“ können auch das Samstagabend‐Tanzvergnügen bereichern.
Erschienen bei: DFA /Cooperative Music /Universal
www.myspace.com/thejuanmaclean/music
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