// Kultur

Freitag, 20. September 2013

Bundesweiter Auftakt der Interkulturellen Woche in Kiel

"Eine Stadt für alle - Kiel ohne Rassismus"

Buntes Programm: die Interkulturelle Woche ist eine bundesweite Veranstaltung (Logo: Presse)
Buntes Programm: die Interkulturelle Woche ist eine bundesweite Veranstaltung (Logo: Presse)

Die Inter­kul­tu­relle Woche zeigt mit ihrem Pro­gramm ein facet­ten­rei­ches und oft per­sön­li­ches Bild von Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund. Die inter­na­tio­na­len Kul­tu­ren und Reli­gio­nen prä­gen Kiel mit. „Eine Stadt für alle – Kiel ohne Ras­sis­mus“ lau­tet daher das Motto der 21. Inter­kul­tu­rel­len Woche vom 21. bis 29. Sep­tem­ber. Das städ­ti­sche Refe­rat für Migra­tion orga­ni­siert gemein­sam mit 106 Mit­ver­an­stal­tern die Inter­kul­tu­relle Woche in Kiel, die sich in die­sem Jahr vor allem open air präsentiert.

Auf­takt­ver­an­stal­tung am Sonn­abend, 21. September

Fröh­lich und krea­tiv star­tet das Auf­takt­pro­gramm mit dem inter­kul­tu­rel­len Umzug. Mit Lie­dern für Frie­den und Gleich­be­rech­ti­gung der Kul­tu­ren und des Ernst‐​Busch‐​Chores Kiel beginnt der Umzug am 21. Sep­tem­ber um 14.30 Uhr auf dem Ernst‐​Busch‐​Platz am Ger­ma­nia­ha­fen auf dem Hörn‐​Ostufer. Von dort geht es um die Hörn­spitze durch die Innen­stadt zum Alten Markt.

Wenn die Trom­meln den Zug an beson­de­ren Orten auf dem Weg durch die Stadt stop­pen, gibt es kurze State­ments zu Dis­kri­mi­nie­rung, Zivil­cou­rage und Ras­sis­mus frü­her und heute.

Jugend­or­ga­ni­sa­tio­nen sind in beson­de­rer Art beim Umzug aktiv: Sie orga­ni­sie­ren einen Flashmob und laden alle ein, mit­zu­ma­chen. Getanzt wird nach dem ita­lie­ni­schen Song Il Pul­cino Pio (Das kleine Küken piept). Anse­hen kön­nen sich Inter­es­sierte das Video unter dem Link: www​.youtube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​C​6​t​-​J​B​3M1K8.

Gegen 17 Uhr am Alten Markt hal­ten Land­tags­prä­si­dent Klaus Schlie und Ober­bür­ger­meis­te­rin Susanne Gaschke vor der St. Niko­lai­kir­che Gruß­worte. Die Glo­cken läu­ten um 18 Uhr zum bun­des­wei­ten Öku­me­ni­schen Got­tes­dienst „Wer offen ist, kann mehr erle­ben“. Zu die­sem Got­tes­dienst sind Men­schen jeder Reli­gion und Kul­tur herz­lich ein­ge­la­den. Außer­dem wird von jun­gen Flücht­lin­gen aus dem Pro­jekt „Land in Sicht – Hand­werk ist inter­kul­tu­rell“ vor der Niko­lai­kir­che eine sym­bo­li­sche „Mauer“ errich­tet zum Motto der bun­des­wei­ten Inter­kul­tu­rel­len Woche „Ras­sis­mus ent­steht im Kopf. Offen­heit auch“.

Der Bun­des­auf­takt der Inter­kul­tu­rel­len Woche endet mit dem Emp­fang im Rat­haus um 19 Uhr. Stadt­prä­si­dent Hans‐​Werner Tovar begrüßt gemein­sam mit Gabriele Erpen­beck, der Vor­sit­zen­den des Öku­me­ni­schen Vor­be­rei­tungs­aus­schus­ses zur bun­des­wei­ten Inter­kul­tu­rel­len Woche, die Gäste.

Das Wochenprogramm

Seit 1993 gibt es die inter­kul­tu­relle Woche in Kiel, neu im dies­jäh­ri­gen Pro­gramm sind Open‐​Air‐​Thementage zu den Punk­ten Flücht­linge, Jugend, Schu­len und Anti­ras­sis­mus­ar­beit auf dem Asmus‐​Bremer‐​Platz. Break­dance, Musik­vi­deos, Mit­mach­ak­tio­nen und Musi­cal­ein­la­gen prä­sen­tie­ren Kie­ler Schu­len und Grup­pen am The­men­tag Jugend (25. Sep­tem­ber) unter dem Motto „Viel­far­big­keit ist cool – Schu­len ohne Ras­sis­mus“. Der „Akti­ons­tag gegen Ras­sis­mus“ (26. Sep­tem­ber) wid­met sich der Arbeit gegen Ras­sis­mus und für mehr Tole­ranz: Kie­ler Ein­rich­tun­gen stel­len sich vor und beim Trom­mel­work­shop „Rhythms of Resis­tance“ ist Mit­ma­chen ange­sagt. Die Aus­stel­lung „Fried­hof rech­ter Gewalt“ zeigt, wel­che Kon­se­quen­zen die extremste Form von Ras­sis­mus und Dis­kri­mi­nie­rung hat. Am bun­des­wei­ten Tag des Flücht­lings (27. Sep­tem­ber) infor­mie­ren Ver­eine und Grup­pen aus der Flücht­lings­ar­beit über die Situa­tion von Flücht­lin­gen. Jugend­li­che aus Afgha­nis­tan laden Inter­es­sierte zum Bauen von Flug­dra­chen ein. Auf dem Inter­kul­tu­rel­len Jugend­tag „Ich denke bunt“ (28. Sep­tem­ber) gibt es Work­shops zum Thema Aus­gren­zung und das Spiel­mo­bil des Jugend­wer­kes der Arbei­ter­wohl­fahrt. Auf der Bühne wird getanzt, gesun­gen und Thea­ter gespielt.

Inter­kul­tu­rell, infor­ma­tiv und inter­es­sant wird es auch auf wei­te­ren Ver­an­stal­tun­gen. Der „Afrika Abend“ ver­wan­delt das Kul­tur­Fo­rum am Sonn­abend, 21. Sep­tem­ber, in einen afri­ka­ni­schen Fest­platz mit Musik, Tanz, Kuli­na­ri­schem und Kunst­hand­werk. Auf der inter­re­li­giö­sen Stadt­rund­fahrt am Sonn­tag, 22. Sep­tem­ber, wer­den Ein­rich­tun­gen ver­schie­de­ner Welt­re­li­gio­nen besucht. Ein beein­dru­cken­des Stim­mungs­bild mit Erin­ne­run­gen an Flucht, Migra­tion und Neu­an­fang zeigt die Aus­stel­lung „Post­kar­ten an die Hei­mat“ im Kir­chen­kai der Katho­li­schen Prob­stei­ge­meinde St. Niko­laus. Die Pla­kat­aus­stel­lung „Wel­che Haut­farbe siehst du?“ vom 23. Sep­tem­ber bis 7. Okto­ber im Lan­des­haus zeigt 30 Pla­kate von Schü­le­rin­nen und Schü­lern der Toni‐​Jensen‐​Gemeinschaftsschule und Stu­die­ren­den der Fach­hoch­schule Kiel. Fan­ta­sie­voll beschäf­tig­ten sie sich mit der Frage, was für sie Dis­kri­mi­nie­rung, Ras­sis­mus und Rechts­ex­tre­mis­mus bedeuten.

Wie öff­nen sich Türen für mich auf dem Arbeits­markt? Die­ser Frage wid­met sich das Frau­en­netz­werk zur Arbeits­si­tua­tion e.V. auf der Ver­an­stal­tung „Beruf­lich ange­kom­men in Deutsch­land“ am Mitt­woch, 25. Sep­tem­ber. Die Ver­an­stal­tung „Wege in die Mitte: Die Rolle von Frauen in der rechts­ex­tre­men Szene“ am Mitt­woch, 25. Sep­tem­ber, im Rat­haus beleuch­tet ras­sis­ti­sche Ein­stel­lun­gen und rechts­ex­trem moti­vierte Hand­lun­gen von Frauen, die häu­fig aus dem Blick der Öffent­lich­keit gera­ten. Die Ver­an­stal­tung möchte Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men aufzeigen.

Kin­der und Familien

Wie heißt Ele­fant auf Japa­nisch oder Kro­ko­dil auf Pol­nisch? Für die ganz Klei­nen bie­tet die Stadt­bü­che­rei Kiel zwei­spra­chi­ges Bil­der­buch­kino an:

  • In „Hilfe“ war­tet ein Kro­ko­dil, das in ein Loch gefal­len ist, auf Ret­tung (Deutsch und Pol­nisch, 24. Sep­tem­ber, Stadt­teil­bü­che­rei Mettenhof).
  • In „Kamfu mir hel­fen?“ ver­sucht ein Ele­fant gemein­sam mit Freun­den sei­nen Rüs­sel wie­der gerade zu bie­gen (Deutsch und Japa­nisch, 24. Sep­tem­ber, Zentralbücherei).
  • Eine schlaue Maus erfin­det in „Der Grüf­felo“ ein Unge­heuer, das ihre Feinde in die Flucht schlägt (Deutsch und Tür­kisch, 26. Sep­tem­ber, Stadt­teil­bü­che­rei Gaarden).
  • In „Der geheim­nis­volle Rit­ter Namen­los“ zeigt die Königs­to­cher Vio­letta auf einem Tur­nier, wie mutig sie ist (Deutsch und Fran­zö­sisch, 27. Sep­tem­ber, Stadt­teil­bü­che­rei Elmschenhagen).

Aus­to­ben und aus­pro­bie­ren kön­nen sich beim 3. inter­kul­tu­rel­len Sport– und Spiel­fest am Sonn­tag, 29. Sep­tem­ber, im Sport– und Begeg­nungs­park auf dem Ost­ufer und in der Coven­try­halle Kin­der, Jugend­li­che und Erwach­sene. Dafür gibt es viele kleine und große Spiel– und Sport­an­ge­bote für die ganze Fami­lie zum Mit­ma­chen und Zuschauen.

Abschluss

Mit dem Inter­re­li­giö­sen Gebet geht die Inter­kul­tu­relle Woche am Sonn­tag, 29. Sep­tem­ber, zu Ende. Ver­schie­dene Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten laden um 12 Uhr in die Pumpe zum gemein­sa­men Gebet ein.

  • Pro­gramm­hefte gibt es in den Rat­häu­sern, im Stephan‐​Heinzel‐​Haus (Wil­helm­platz), bei der Tourist‐​Information, in Kul­tur­zen­tren, Restau­rants und Gast­stät­ten sowie in städ­ti­schen Ein­rich­tun­gen und in den betei­lig­ten Institutionen.
  • auf www​.kiel​.de/​i​n​t​e​r​k​u​l​t​urell sind alle Ver­an­stal­tun­gen zu finden
  • wei­tere Infor­ma­tio­nen: Refe­rat für Migra­tion der Lan­des­haupt­stadt Kiel, Tel. (0431) 901‑2430 oder E‐​Mail unter referat-​migration@​kiel.​de

Über den Autor


Ame­lie Fördeflüsterer‐​Redakteurin.

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