// Musik

Dienstag, 16. Januar 2018

RAC

Ego

RAC – Ego
RAC – Ego

Ein wenig kann man schon durch den Tüdel kom­men bei dem Namen Rac, denn in den neun­zi­ger Jah­ren war eine Band glei­chen Namens bei Warp‐​Records unter Ver­trag. Man dachte also schon, dass es sich bei „Ego“ um ein Come­back die­ses Duos han­delt. Man ist auch nicht ver­wun­dert, dass „Ego“ bei dem Ninja Tune‐​Label „Coun­ter Records“ her­aus kommt.

Doch bei dem neuen Werk han­delt es sich um das zweite Werk des Künst­lers André Allen Anjos. 2013 war RAC noch ein Künstler‐​Kollektiv, wel­ches zuerst ein paar Sin­gles unters Volk brachte. Im Jahr dar­auf gab es mit „Stran­gers“ den Langspieler‐​Einstand. Nun der Nach­fol­ger, und die­ser ist wie­der elek­tro­ni­scher, aber mit einem gro­ßen Hang zum Pop.

Manch­mal ist es so dicht am Pop, dass man sich nicht sicher ist, ob es gut ist oder viel­leicht doch nicht. Wenn ein Song wie „I Still Wanna Know“, der gemein­sam mit dem Weezer‐​Frontmann Rivers Cuomo auf­ge­nom­men wurde, dann so klingt wie eine ver­blasste Ver­sion von The Kil­lers Discofox‐​Hit „Human“. Klar, das Lied geht als ers­tes von gan­zen 14 Lie­dern ins Ohr, ist aber auch fast ein wenig platt. Doch so sim­pel sind nicht alle Songs, und Vie­les über­rascht und gefällt einem.

Und die Gäs­te­liste kann sich sehen las­sen, 13 Gäste bei 14 Songs. Beson­ders gut ist der flir­rende und eupho­ri­sche Dance­track „This Song“ mit dem ehe­ma­li­gen Vampire‐​Weekend‐​Musiker Rostam. Bei der Zusam­men­ar­beit mit der Sän­ge­rin Chaos Chaos ist der Name Pro­gramm, erst sanf­ter anschmieg­sa­mer Pop, am Ende gibt es selt­same Sound‐​Collagen.

Auch fin­det man Gefal­len an dem Dancehall‐​süßlichen Reggae‐​Stück „Be“ mit Jor­dan Corey. Oder das ver­dun­kelte und sich stei­gernde „Heart­break Sum­mer“ mit K.Flay, wel­ches klingt, als hätte Lana Del Rey den Bom­bast für sich in vol­lem Maße ent­deckt. „Ego“ ist nicht gerade ein Album, wel­ches es einem leicht macht, es zu Lie­ben, aber es gibt viele Momente, zu denen man viel ent­de­cken kann und beein­druckt ist.

Erschie­nen bei: Coun­ter Records /​Ninja Tune
coun​ter​re​cords​.com/​a​r​t​i​s​t​s/rac

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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