Freitag, 10. Februar 2012
Scroobius PipOptisch ist er auch anders: eine Baseballmütze und ein fusseliger Bart sind seine Erkennungszeichen. Jetzt hat er sein erstes Solo‐Album namens „Distraction Pieces“ veröffentlicht, und diesmal grenzt er sich nicht ab, zumindest nicht von seinem Kollegen Dan Le Sac, denn eigentlich könnte dieses Werk auch als ein gemeinsames durchgehen.
Wobei seine Tracks wesentlich rauer klingen und auch mit weniger synthetischen elektronischen Klängen auskommen. Hier wird eher Gitarrenklängen Einlass gewährt, die sich durch seine Raps sägen, und auch die Beats kommen gerne von einem echten Schlagzeug statt aus einer Stromkiste. Und die Drums können sich behaupten, so ist „Soldier Boy (Kill Them)“ ein richtiges Drum&Bass-Gewitter und insgesamt sicherlich einer der offensivsten Tracks.
Ebenfalls recht wuchtig ist „Let ´Em Come“ mit recht rockigen Arrangements. In den neunziger Jahren hätte man es sicherlich als Crossover betitelt. Bei diesem Titel sorgt sein Label Kollege Sage Francis für weiter Rapparts. Doch sind die Raps von Scroobius Pip noch Rap‐Parts, oder sind es schnell gesprochene Poetry‐Slam‐Ergüsse, die er mit Eindringlichkeit und Spannungsaufbauten bestückt hat?
Vermutlich, denn die Texte weichen auch stark von typischen HipHop‐Themen ab und sind zudem auch gerne humorvoll. Aber austeilen kann er trotzdem, so bekommen lausige Journalisten ihr Fett genauso ab, wie auch vermeintliche Promis sich bei „The Struggle“ auf Schelte gefasst machen müssen. Doch namentlich wird hier niemand beleidigt, das ist auch nicht seine Art.
Scroobius Pip ist halt ein Guter, deswegen covert er auch bei „Feel It“, gemeinsam mit Natasha Fox, Kate Bush. Er macht wirklich immer alles anders und durchbricht die Engstirnigkeit des Genres.
Erschienen bei: Speech Development /Alive
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