// Musik

Freitag, 10. Februar 2012

Scroobius Pip

Distraction Pieces

Scroobius Pip – Distraction Pieces
Scroobius Pip – Distraction Pieces

David Meads alias Scroo­bius Pip hat schon immer alles anders gemacht. So hat er es gemein­sam mit Dan Le Sac zu einer grö­ße­ren Bekannt­heit gebracht. Ihre Ver­sion von Hip­Hop war schon immer völ­lig anders und fernab von gen­re­ty­pi­schen Kli­schees, und von der Ein­stel­lung ist er dem Punk wesent­lich näher.

Optisch ist er auch anders: eine Base­ball­mütze und ein fus­se­li­ger Bart sind seine Erken­nungs­zei­chen. Jetzt hat er sein ers­tes Solo‐​Album namens „Dis­trac­tion Pie­ces“ ver­öf­fent­licht, und dies­mal grenzt er sich nicht ab, zumin­dest nicht von sei­nem Kol­le­gen Dan Le Sac, denn eigent­lich könnte die­ses Werk auch als ein gemein­sa­mes durchgehen.

Wobei seine Tracks wesent­lich rauer klin­gen und auch mit weni­ger syn­the­ti­schen elek­tro­ni­schen Klän­gen aus­kom­men. Hier wird eher Gitar­ren­klän­gen Ein­lass gewährt, die sich durch seine Raps sägen, und auch die Beats kom­men gerne von einem ech­ten Schlag­zeug statt aus einer Strom­kiste. Und die Drums kön­nen sich behaup­ten, so ist „Sol­dier Boy (Kill Them)“ ein rich­ti­ges Drum&Bass-Gewitter und ins­ge­samt sicher­lich einer der offen­sivs­ten Tracks.

Eben­falls recht wuch­tig ist „Let ´Em Come“ mit recht rocki­gen Arran­ge­ments. In den neun­zi­ger Jah­ren hätte man es sicher­lich als Cross­over beti­telt. Bei die­sem Titel sorgt sein Label Kol­lege Sage Fran­cis für wei­ter Rap­parts. Doch sind die Raps von Scroo­bius Pip noch Rap‐​Parts, oder sind es schnell gespro­chene Poetry‐​Slam‐​Ergüsse, die er mit Ein­dring­lich­keit und Span­nungs­auf­bau­ten bestückt hat?

Ver­mut­lich, denn die Texte wei­chen auch stark von typi­schen HipHop‐​Themen ab und sind zudem auch gerne humor­voll. Aber aus­tei­len kann er trotz­dem, so bekom­men lau­sige Jour­na­lis­ten ihr Fett genauso ab, wie auch ver­meint­li­che Pro­mis sich bei „The Struggle“ auf Schelte gefasst machen müs­sen. Doch nament­lich wird hier nie­mand belei­digt, das ist auch nicht seine Art.

Scroo­bius Pip ist halt ein Guter, des­we­gen covert er auch bei „Feel It“, gemein­sam mit Nata­sha Fox, Kate Bush. Er macht wirk­lich immer alles anders und durch­bricht die Eng­stir­nig­keit des Genres.

Erschie­nen bei: Speech Deve­lop­ment /​Alive

scroo​bi​uspip​.co​.uk

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Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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