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Freitag, 08. Juni 2018

Mouse on Mars

Dimensional People

Mouse on Mars – Dimensional People
Mouse on Mars – Dimensional People

Mouse On Mars sind schon lange aktiv und den­noch sind sie nie lang­wei­lig oder bedeu­tungs­los unter­wegs. Das beweist das 15. Album des Köl­ners Duos namens „Dimen­sio­nal People“. Viel­leicht ist es auch groß­spu­rig, dar­über zu sagen, dass es ihnen mit die­sem Album gelun­gen ist, den Höhe­punkt ihres Schaf­fens zu erreichen.

Ver­wun­der­lich dabei ist die Tat­sa­che, dass Jan St. Wer­ner und Andi Thoma aus­ge­rech­net hier viel Platz für Gäste las­sen. Ins­ge­samt sind es 40 unter­schied­li­che Künst­ler, die hier mit­wirk­ten. Nor­ma­ler­weise ein Zei­chen, dass einer Gruppe nichts mehr ein­fällt. Doch im Falle von Mouse On Mars völ­lig falsch, es ist so, als hät­ten sie sich aus ihren eige­nen Zel­len erneuert.

Dimen­sio­nal People“ ist ein packen­des, kraft­strot­zen­des, über­bor­den­des, fili­gra­nes und zeit­lo­ses Album gewor­den, wel­ches einen for­dert und schnell fas­zi­niert. Immer wie­der wan­delt sich das Werk, Songs und ein­zelne Momente und blei­ben nie­mals auf einer Stelle ste­hen. Kom­men wir noch­mal zu den gan­zen Gäs­ten, die Anzahl ist ja schon beeindruckend.

Doch die Tat­sa­che, dass sich hier große Namen in die Dienste von Mouse On Mars stel­len, ist beein­dru­ckend. Da wäre Jus­tin Ver­nom, den man bes­ser als Bon Iver kennt – die­ser hat ja schon bei sei­nem letz­ten Lang­spie­ler „22, A Mil­lion“, viel mit elek­tro­ni­schen Mög­lich­kei­ten geforscht. Nun singt er beim drit­ten Teil des Titel­stück mit und sorgt für kleine Oasen zwi­schen den gan­zen fri­cke­li­gen Sounds. Die bei­den The National‐​Brüder Aaron und Bryce Des­s­ner haben einen Auf­ritt bei dem zwei­ten Teil von „Parli­ment Of Ali­ens“, bei dem sie zwi­schen den son­der­ba­ren zer­stü­ckel­ten Streicher‐​Klängen und kleins­ten her­um­schwe­ben­den elek­tro­ni­schen Teil­chen immer wie­der einen kräf­ti­gen Wind aufbauen.

Den größ­ten Stem­pel drückt sicher­lich Spank Rock auf, die­ser rappt und erschafft sich am meis­ten Frei­raum. „Dimen­sio­nal People“ ist ein Album, das man nicht ver­glei­chen kann und zu dem man auch keine Refe­ren­zen her­an­zie­hen kann. Es ist so unglaub­lich weit­läu­fig und den­noch kom­pakt, dass man das Aus­maß auch nach dem x‐​ten Hören noch nicht begrif­fen hat.

Erschie­nen bei: Thrill Jockey /​Rough Trade
www​.mou​seon​mars​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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