// Szene

Dienstag, 12. Juni 2012

Kieler Woche 2012

Die "Hörn-Bühne" - so funktioniert es

Dick Brave & the Backbeats (Pressebild).
Dick Brave & the Backbeats (Pressebild).

Die Kie­ler Woche hat sich in den letz­ten Jahr­zehn­ten von einem inter­na­tio­na­len Segel­wett­be­werb zu einem der größ­ten Volks­feste in Deutsch­land gewan­delt. Neben Fress­stän­den und Klein­kunst tre­ten auf zahl­rei­chen Büh­nen mehr oder weni­ger bekannte Künst­ler auf, bezahlt durch Steu­er­gel­der, Rund­funk­ge­büh­ren oder Ein­tritts­kar­ten. Die Bühne an der Hörn wird 2012 zum ers­ten Mal eben­falls ein teil­weise kos­ten­pflich­ti­ges Pro­gramm anbie­ten und wir erklä­ren euch im Inter­view mit dem Betrei­ber, wie es funktioniert.

Unsere Freunde von der loka­len Print­presse haben ja bereits auf ihre ganz eigene Art dar­über berich­tet: Neben Kru­sen­kop­pel, Thea­ter und Co. wer­den auch auf der Bühne an der Hörn einige Ange­bote des reich­hal­ti­gen Pro­gramms kos­ten­pflich­tig sein. Die älte­ren unter unse­ren Lesern wer­den sich erin­nern, dass delta radio dies in der Halle400 eben­falls schon ein­mal durch­ge­führt hat. Nun also gibt es an der Hörn eine Neu­auf­lage der Bezahl‐​Konzerte, mit einem von der Stadt auf­grund der Ereig­nisse in Duis­burg aus­ge­ge­be­nen Sicher­heits­kon­zept, einem neuen Medi­en­part­ner (Radio Ham­burg) und kos­ten­in­ten­si­ven Künstlern.

Wäh­rend einige unse­rer Rats­po­li­ti­ker ganz klar eine Wer­tung vor­neh­men, wel­che Kon­zerte kos­ten­pflich­tig sein dür­fen und wel­che nicht (dies zu erläu­tern würde zu weit gehen, doch emp­feh­lens­wert sind die Streams aus dem Rat­haus, die eil­weise unfrei­wil­lig komisch sind), will der För­de­flüs­te­rer der Idee eine Chance geben und beob­ach­ten, was pas­siert. Da wir wis­sen woll­ten, wie das neue Kon­zept, dass für mehr Sicher­heit sor­gen soll, funk­tio­nie­ren soll, haben wir mit dem Betrei­ber der Hörn‐​Bühne, Ahmad Reza Zirak­bash, über den Ablauf auf die­ser Kie­ler Woche gesprochen.

För­de­flüs­te­rer: Es gibt also eine Web­seite, bei der man für 6,75 Euro (inkl. Vor­ver­kaufs­ge­bühr) Tickets kau­fen kann. Wie muss man sich das denn jetzt ganz prak­tisch vor­stel­len? Bekommt man dann Tickets oder kleine Ein­laß­bänd­chen zugeschickt?

Ahmad Reza Zirak­bash: Man kauft ein elek­tro­ni­sches Ticket mit einem Bar­code und druckt es sich per „Print‐​at‐​home“ selbst aus, dann kos­tet die Vor­ver­kaufs­ge­bühr nur 1,75 Euro. Wenn man es sich zuschi­cken lässt, kos­tet dies Por­to­kos­ten. Es gibt auch Vor­ver­kaufs­stel­len wie Strei­ber, wo man die Tickets abho­len kann.

FöFlü: Wie viele Ein­gänge gibt es denn? Das ist auf­grund der Lage des Gelän­des und der Erfah­run­gen des letz­ten Jah­res schon wich­tig für anrei­sende Besucher.

A.R.Z.: Es gibt ins­ge­samt 2 große Ein­gänge mit jeweils 11 Schleu­sen, also 22 Ein­gänge wo die Besu­cher durch­ge­las­sen wer­den, damit wir auch den Über­blick haben, wie viele Men­schen auf dem Gelände sind. Wenn nicht so viele Kar­ten ver­kauft und Men­schen auf dem Gelände sind, müs­sen auch nicht alle Schleu­sen besetzt sein. Aber es ist so kal­ku­liert, das man 11.000 Men­schen inner­halb von zwei Stun­den hin­ein– und hin­aus­las­sen kann.

FöFlü: Das klingt nach viel orga­ni­sa­to­ri­schem Auf­wand. Wer garan­tiert, dass alles sicher ablau­fen wird?

A.R.Z.: Das sind Pro­fis, die das machen, die haben Erfah­rung auch bei Groß­ver­an­stal­tun­gen wie in Sta­dien. Die Anzahl der geöff­ne­ten Schleu­sen hängt vom Besu­cher­strom ab, mal sind es 10 Ein­gänge, mal 2, mal 20… auf jeden Fall so, dass man inner­halb von zwei Stun­den bequem rein­kommt. Natür­lich wird es Tage geben, an denen viele jün­gere Leute, die sehr früh kom­men wol­len, da sie ganz vorne ste­hen möch­ten. Daher haben wir bereits drei Stun­den vor­her die Ein­gänge geöff­net damit man einen Spiel­raum von einer Stunde hat. Zum Bei­spiel damit bis 19 Uhr alle drin sind damit das Kon­zert pünkt­lich um 19:30 Uhr begin­nen kann.

FöFlü: Wird es auch eine Abend­kasse geben?

A.R.Z.: Es gibt selbst­ver­ständ­lich eine Abend­kasse, denn ich möchte den spon­ta­nen Cha­rak­ter der Kie­ler Woche bewah­ren. Ich ver­setze mich auch in die Lage mei­ner Kon­su­men­ten oder mei­ner Kun­den, ange­nom­men ich wollte zur Kie­ler Woche, möchte den Besuch aber vom Wet­ter abhän­gig machen. Wenn dann alles aus­ver­kauft ist, würde ich mich ärgern. Damit das nicht pas­siert, haben wir 20 Pro­zent der Kar­ten, also täg­lich 2.200 Kar­ten, an der „Abend­kasse“, die am Nach­mit­tag geöff­net wird. Also auch wenn der Andrang im Inter­net noch so stark ist, wer­den wir nicht alle Tickets ver­kau­fen, damit ein biss­chen die Spon­ta­ni­tät vor­han­den bleibt.

FöFlü: Viele Kieler‐​Woche‐​Besucher haben Taschen oder Kame­ras dabei, sol­che Dinge dür­fen auf nor­ma­len Kon­zer­ten nicht mit­ge­bracht wer­den. Wie lösen Sie die­ses Problem?

A.R.Z.: Auf der Karte steht drauf, das Mit­brin­gen von gro­ßen Taschen oder Ruck­sä­cken wie bei Kon­zert­sä­len nicht erlaubt ist. Als eine Art „Not­lö­sung“ und weil es für uns auch das erste Mal ist, wer­den wir eine oder zwei Gar­de­ro­ben ein­rich­ten, damit die Besu­cher ihre Sachen abge­ben kön­nen. Aber unsere Kapa­zi­tät ist beschränkt und wir kön­nen keine Fächer garantieren.

FöFlü: Was erwar­tet die Besu­cher auf dem Gelände? Gedränge?

A.R.Z.: Wir haben 1 m² für zwei Per­so­nen ein­ge­plant, damit man sich gut bewe­gen kann. Natür­lich wird es auch ein, zwei Ecken geben, wo man nicht opti­mal gucken kann, und viele gehen nach vorne, da wer­den sich dann auch mehr Men­schen kon­zen­trie­ren. Aber auf dem Gelände drin­nen wird man sich wun­der­bar bewe­gen kön­nen. Die­ses Jahr ist die Bühne noch wei­ter nach hin­ten, bis zur Brü­cke, das heißt wir haben schon min­des­tens 13 mehr Platz als letz­tes Jahr bekom­men, des­halb kom­men wir auch auf 12.000 Tickets.

FöFlü: Zurück zum Sicher­heits­kon­zept: Das Kon­zert ist ja zu einem bestimm­ten Zeit­punkt zu Ende, sind die Gänge dann auch so gestal­tet dass die Besu­cher nicht alle mit­ten in das Hörn‐​Getümmel strömen?

A.R.Z.: Wir haben meh­rere Aus­gänge, der Aus­gang „Süd“ lei­tet die Besu­cher da raus, wo wenig Gedränge sein wird. Außer­dem wird das Rah­men­pro­gramm dafür sor­gen, dass nicht alle gleich­zei­tig gehen.

FöFlü: Im letz­ten Jahr gab es Pro­bleme mit Gaf­fern, die sich dicht an die Zäune dräng­ten, um von außen etwas zu hören und sogar Pla­nen abris­sen. Wie ist das in die­sem Jahr geregelt?

A.R.Z.: Im letz­ten Jahr ist es uns tat­säch­lich nicht gelun­gen, weil es das erste Jahr mit dem neuen Sicher­heits­kon­zept war. Da es viele andere Musi­k­quel­len gab, musste man dicht dran gehen. In die­sem Jahr ver­su­chen wir um die Büh­nen­ab­sper­rung herum mög­lichst wenig andere Musi­k­quel­len zu haben, ein­fach um ein biss­chen die­ses „Kie­ler Woche Fee­ling“ zu erhal­ten. Ich bin ja selbst ein Kon­su­ment und ich gehe auch viel hier und da hin, und wenn ich keine Lust habe unbe­dingt rein­zu­ge­hen, möchte ich wenigs­tens etwas zuhö­ren. Falls man also in der Nähe des Gelän­des mit Freun­den drau­ßen ste­hen will, etwas chil­len, auf der Treppe sit­zen und ein biss­chen Musik hören, dann wird das auch mög­lich sein.

FöFlü: Vie­len Dank für das Gespräch!

Wei­tere Informationen

Über den Autor

Daniela Sonders Daniela Sonders

Suchte 2008 nach kiel4kiel und fand den För­de­flüs­te­rer. Wollte eigent­lich nur hier und da mal ne Kino­kri­tik schrei­ben und ver­sucht jetzt, die­sen herr­lich wuse­li­gen Laden in Schach zu hal­ten. Das hat sie nun davon. Inter­es­sen: Poli­tik, Medien, Bür­ger­rechte, Filme, Kochen und alles rund um Kiel.

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