// Musik

Samstag, 13. Mai 2017

SDP

Die bunte Seite der Macht

SDP – Die bunte Seite der Macht
SDP – Die bunte Seite der Macht

Bei den Namen SDP gibt es ja noch immer die Par­al­le­len im Kopf zu der gro­ßen Volks­par­tei. Und ganz so abwe­gig ist es ja auch nicht, denn die bei­den Her­ren Vin­cent Stein und Dag‐​Alexis Kopplin haben sich von der „bekann­tes­ten unbe­kann­tes­ten Band der Welt“ zu einer Volks­band gemau­sert. Aller­dings war es bis dahin ein lan­ger Weg, ihr Debüt „Räu­ber­pis­to­len“ im Jahr 2004 floppte, aber sie lie­ßen sich nicht ent­mu­ti­gen, obwohl die nächs­ten fünf Album auch die Charts verfehlten.

Erst als sie ihren Hip Hop musi­ka­lisch leicht öff­ne­ten kam der leichte Erfolg. Mit ihrem sechs­ten Album schaff­ten sie den Sprung in die Album­charts, aller­dings nicht sehr weit oben. Mit jedem Album wuchs die Fan­schar und mit ihren letz­ten Album „Zurück in die Zukunft“ lan­de­ten sie auf Platz zwei der Charts. „Die bunte Seite der Macht“ ist nun ihr neus­tes Werk und bei die­sem las­sen die bei­den ihrem Spiel­trieb freien Lauf.

Man kann SDP mitt­ler­weile auch ein wenig mit „Die Ärzte“ ver­glei­chen. Denn auch Vin­cent Stein und Dag‐​Alexis Kopplin kön­nen mitt­ler­weile alles aus­pro­bie­ren und kei­ner ihrer Fans ist ihnen böse. Auch dass sie den Hip Hop der Anfangs­tage ziem­lich redu­ziert haben wird die Stim­mung nicht trü­ben. Klar, mit Sido, Swiis und Prinz Pi haben sie nam­hafte Rap­per dabei und bei eini­gen Songs kann man auch noch die­ses Genre erkennen.

Doch das Duo will sich schein­bar nicht mehr fest an ein Genre bin­den und so kann man fast sagen, dass jedes der vor­han­de­nen Stü­cke einen eige­nen Stil hat. Bei „D on der Mitte Skit“ ist Dance­hall, bei „Pfer­de­schwanz“ wird lus­tig das Country‐​Banjo gezupft. „Lei­der wie­der da!“ ist Pop mit leich­ter Teenager‐​Rotzigkeit, bei dem im Revier der Lochies gewil­dert wird. „Ja, Ja, aka. LMAA“ ist dann Rap mit Pop. „Das Leben ist kein Rock­kon­zert“ ist dann Rap mit Rock. Das Titel­stück ist eher ein Hör­spiel mit jeder Menge Quatsch mit Senfsauce.

Ja, Unsinn, das ist die Lei­den­schaft der Bei­den. Sie toben sich aus, wie Jugend­li­che bei ihrem ers­ten Urlaub ohne Eltern. Da wird sich getraut, dass die Pro­bleme der Welt einem egal sind, dass man alle Tiere hasst und auch Lie­bes­lie­der gera­ten in den Fokus des Unsinns.

Ori­gi­nell ist das natür­lich für junge Men­schen, die eben ohne ihre Eltern allein unter­wegs sind und nicht für den Schrei­ber die­ser Zei­len, der ist schließ­lich mit über 40 Jah­ren ein alter Sack. Für mich ist „Die bunte Seite der Macht“ nicht gemacht.

Erschie­nen bei: Chap­ter One /​Uni­ver­sal
www​.sdp​-online​.de

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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