// Musik

Sonntag, 06. August 2017

Mutter

Der Traum vom Anderssein

Mutter – Der Traum vom Anderssein
Mutter – Der Traum vom Anderssein

Mut­ter ist immer eine Band gewe­sen, die sich nicht beir­ren lässt, und viel­leicht sind sie des­halb so lange im Geschäft. 1986 sind Mut­ter aus den Über­res­ten der Band „Cam­ping Sex“ ent­stan­den. 1993 haben sie mit dem Album und gleich­na­mi­gen Song „Du bist nicht mein Bru­der“ so etwas wie einen Klas­si­ker erschaf­fen. Doch statt die­sen Erfolg wei­ter zu ver­fol­gen, sind sie den Weg wei­ter­ge­gan­gen und haben sich nicht beu­gen lassen.

Das ist auch wahr­schein­lich der Grund, warum es Mut­ter immer noch gibt, auch wenn sie sich für ein paar Jah­ren auf­ge­löst haben. Selbst Sonic Youth haben mal mit­ge­teilt dass sie diese Band um Max Mül­ler ver­eh­ren. Wich­tig sind Mut­ter noch immer, und schon beim letz­ten Album „Text und Musik“ haben sie in die Köpfe der Gat­tung Mensch geschaut, die man heute als Wut­bü­ger betitelt.

Dar­auf bauen sie ein wenig auf beim neuen Album „Der Traum vom Anders­sein“. Bei „So bist Du“ singt Max Mül­ler: „Egal, ob sie dir sagen, dass es so gewe­sen wäre, für mich klingt das wie eine Ver­schwö­rungs­theo­rie, von der kei­ner weiß, ob es so gewe­sen ist“ und ent­larvt die nächste Gat­tung Mensch, den Alu‐​Hut‐​Träger.

Mut­ter ist also noch immer eine Band, die kri­tisch und unbe­quem ist, aber den­noch keine poli­ti­sche Band. Sie sind eine Band, die Risse und Schief­la­gen auf­zeigt und die­ses gerne in unge­müt­li­che Musik ver­packt. Wie man es von der Ber­li­ner Band gewohnt ist, wer­den hier Noise‐​Klänge kom­plex und den­noch ver­ständ­lich dar­ge­bo­ten. Gerne schwel­len die Gitar­ren­wände an, wer­den aber nie­mals übermächtig.

Manch­mal sind die Klänge dem Agit‐​Punk zuge­wandt, wie bei „Geh Zurück“, mit­samt ver­zerr­tem Gesang. Diese Tech­nik wen­den sie auch beim Schluss­song „Kra­ve­mann“ an, was ein wenig irri­tie­rend ist. Doch das sorgt nicht für Miss­stim­mung, denn der Song ist ansons­ten von herr­li­chen Rück­kop­pe­lun­gen und Stör­ge­räu­schen durch­zo­gen, dass es nur so eine Freude ist.

Die Musik und die Ver­bin­dung zu den kri­ti­schen Tex­ten sind noch immer die Stärke der Band. Mut­ter hat auch nach über drei­ßig Jah­ren nichts verlernt.

Erschie­nen bei: Die eigene Gesellschaft
mut​ter​mu​sik​.de

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

Kommentare


Du bist nicht eingeloggt. Der Fördeflüsterer würde sich freuen, wenn Du Dich anmeldest oder Dich registrierst.

facebook

 

Hosting

 

Werbung