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Freitag, 19. August 2011

BarCamp Kiel 2011

Datenschutz bei Facebook Fanseiten

Henry Krasemann von der ULD erläutert die Aufgaben des Datenschutz in der ersten Session beim BarCamp Kiel - Foto: KIK
Henry Krasemann von der ULD erläutert die Aufgaben des Datenschutz in der ersten Session beim BarCamp Kiel - Foto: KIK

Das Bar­Camp Kiel beginnt mit einem Knal­ler. Das Unab­hän­gige Lan­des­zen­trum für Daten­schutz, ULD, for­derte in einer heu­ti­gen Pres­se­mit­tei­lung die sofor­tige Abschal­tung von Face­book­fan­pages. Henry Krase­mann, Sven Thom­sen und Dr. Moritz Karg begrün­de­ten ihre For­de­rung auf dem Bar­Camp in Kiel in einer der ers­ten Ses­si­ons. In die­ser beschrei­ben die Daten­schüt­zer, wie Face­book mit unse­ren per­sön­li­chen Daten via Fan­pages Reich­wei­ten­mes­sun­gen macht. Knack­punkt ist dabei die Zusam­men­füh­rung von einer anony­men ID mit per­sön­li­chen Daten aus dem Face­book­pro­fil. Damit wür­den Website‐​Betreiber mit einer Fan­page bei Face­book gegen Daten­schutz­ge­setze verstoßen.

Eine wich­tige Rolle spielt der „datr‐​Cookie“, so Sven Thom­sen, der die tech­ni­schen Aspekte der Facebook‐​Datensammlung erläu­terte. Die­ser wird beim ers­ten Login auf der nor­ma­len Web­site von Face­book gesetzt und habe eine Gül­tig­keit von 2 Jah­ren. Die­ser Coo­kie signa­li­siert dem Brow­ser, dass der Benut­zer bei Face­book ange­mel­det ist. Wenn nun ein Facebook‐​Nutzer eine Fan­page gefällt wird jeder Besuch regis­triert und dem Erstel­ler der Fan­page als Sta­tis­tik zur Ver­fü­gung gestellt.

Im Prin­zip ist dies kein Pro­blem. Zwar sind die Daten des Coo­kies mit einer indi­vi­du­el­len Num­mer ver­knüpft, doch so lange diese nicht mit einem per­sön­li­chen Face­book­pro­fil zusam­men­ge­führt wer­den, ist diese Daten­er­he­bung eine reine Reich­wei­ten­mes­sung. Das pas­siert zum Bei­spiel auch bei Google‐​Analytics. Da aber die Daten des Coo­kies mit den Face­book­pro­fi­len in einer Sta­tis­tik für die Facebook‐​Fanpage aus­ge­wer­tet wer­den, ver­sto­ßen die Website‐​Betreiber mit die­sen Social‐​Plug‐​Ins gegen Datenschutzgesetze.

Fan­page­be­trei­ber sind verantwortlich

Rege Betei­li­gung zum Thema Daten­schutz – Foto: KIK

Ver­ant­wort­lich sind aus Sicht der Daten­schüt­zer die Betrei­ber der Fan­pages. Diese müss­ten nun dafür sor­gen, dass der Inter­net­nut­zer weiß, dass seine Daten an Face­book wei­ter­ge­lei­tet wer­den und er muss die Mög­lich­keit haben gegen die Ver­fol­gung seine Surfs­ver­hal­tens Wider­spruch ein­zu­le­gen. Ers­te­res wäre schnell umsetz­bar, letz­te­res ist zur Zeit von Face­book aus tech­nisch nicht mög­lich. Daher for­dert das ULD die Abschal­tung der Facebook‐​Fanpages.

Buß­gel­der erst nach Infomationskampagne

Dr. Moritz Karg hofft auf die Koope­ra­tion der Unter­neh­men und Pri­vat­per­so­nen aus Schleswig‐​Holstein die eine Facebook‐​Fanpage betrei­ben. Diese wer­den ab Ende Sep­tem­ber ange­schrie­ben und über die Rechts­lage nach Auf­fas­sung des ULD und über die hohen Stra­fen von bis zu 50.000 Euro infor­miert. Das heißt, dass die Facebook‐​Fanpage‐​Betreiber nicht sofort mit Buß­gel­dern rech­nen müs­sen. Das ULD erhofft sich, dass so eine Dis­kus­sion in der Poli­tik und in der Online­com­mu­nity über den Umgang mit sozia­len Netz­wer­ken ent­steht. In einer knap­pen Stel­lungs­nahme der Frak­tio­nen „Die Grü­nen“ im Land­tag Schleswig‐​Holstein for­dern diese genau die­ses Vorgehen.

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Über den Autor

Christoph Krenz Christoph Krenz

Foto­graf – Reporter

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