// Musik

Dienstag, 19. Juni 2018

Joan As Police Woman

Damned Revotion

Joan As Police Woman – Damned Revotion
Joan As Police Woman – Damned Revotion

Span­nend ist es immer, wenn Joan Was­ser alias Joan As Police Woman ein neues Album ver­öf­fent­licht. Es ist immer Erneue­rung spür­bar, und es wird kein Album zwei­mal auf­ge­nom­men, den­noch lei­det nie die Qua­li­tät. Das bewies sie schon beim zwei­ten regu­lä­ren Album „To Sur­vive“ (2008). Es wurde von Kri­ti­kern geliebt und ver­kaufte sich doch rela­tiv ansehnlich.

Das letzte Lebens­zei­chen war die Zusam­men­ar­beit mit Ben­ja­min Lazar Dabis, wo sie im wil­den Afro­pop wütete, nun geht es auf dem fünf­ten Lang­spie­ler „Dam­ned Revo­tion“ doch viel fili­gra­ner zu und trifft die Seele auf einer ande­ren Seite. Der Opener „Won­der­ful“ kommt mit ver­schla­fe­nem Rhyth­mus und Gesang daher, dazu plu­ckert es lieb­lich elek­tro­nisch, samt­weich ist die­ses Lied und atmet mit jedem Ton, Sekunde und Gesang puren Soul aus.

Auch mit dem nächs­ten Song, der Sin­gle „Warning Bell“, ist man noch eher in seli­gen Bal­la­den unter­wegs. Aber man erkennt schon beim zwei­ten Lied, dass auch hier wie­der die Qua­li­tät hoch ist, und auch, dass immer Breaks und Wen­dun­gen ein­ge­baut wur­den. Sehr viel­schich­tig sind die Songs arran­giert, und man kann die Nuan­cen am bes­ten erle­ben und genie­ßen, wenn man diese Platte idea­ler­weise inten­siv anhört. Ein Kopfhörer‐​Album ist

Dam­ned Debo­tion“ gewor­den und eines, wel­ches man dann mit allen Sin­nen genießt. Bei „Steed (for Jean Genet)“ ent­wi­ckelt sich ein sanf­ter, sat­ter Groove mit elek­tro­ni­schen Beats, Key­boards und leich­ten elek­tro­ni­schen Klän­gen. Sprö­der, rauer und ver­stö­ren­der ist das mini­male Titel­stück, das dann weni­ger mit Soul zu tun hat, aber einen wei­chen Pop­kern besitzt.

Auf­fal­lend ist auch, dass die Grund­stim­mung immer leicht ver­dun­kelt daher kommt und immer feine Span­nungs­bö­gen inne­hat. Man kann die­ses immer und bei jedem Song fest­stel­len, und trotz­dem ist jedes ein Uni­kat, wel­ches es zu ent­de­cken gilt. „Dam­ned Devo­tion“ ist eine der sanf­tes­ten und mäch­tigs­ten Plat­ten die­ses Jahres.

Erschie­nen bei: PIAS /​Rough Trade
www​.joan​as​po​li​ce​wo​man​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

facebook

 

Werbung