// Musik

Freitag, 02. Juni 2017

The Jesus and Mary Chain

Damage And Joy

The Jesus and Mary Chain – Damage And Joy
The Jesus and Mary Chain – Damage And Joy

Lange waren sie ver­schwun­den und man kann sagen dass sie nahezu ange­wi­dert waren von dem aktu­el­len musi­ka­li­schen Gesche­hen. Erschwe­rend kam hinzu dass sich die bei­den Brü­der Jim Reid und Wiliam nicht immer gerade gut ver­stan­den haben. Zusätz­lich gab es auch keine Ver­an­las­sung ihre Band The Jesus and Mary Chain wie­der ins Leben zu rufen.

Schließ­lich haben sie ja wich­tige Duft­mar­ken in der Musik­ge­schichte hin­ter­las­sen und mit „Psy­cho­candy“ eines der wich­tigs­ten Alben her­aus­ge­bracht. Noch heute arbei­ten sich viele junge Musi­ker an die­sem Werk ab und man hört immer ganz genau wo die Bands ihren Ein­fluss her haben.

Zwan­zig Jahre haben The Jesus and Mary Chain sel­ber keine neue Musik auf­ge­nom­men und des­we­gen ist das Inter­esse an dem ers­ten Album seit dem 98er Werk „Munki“, ziem­lich groß. Zuge­ge­ben ganz so unge­stüm sind die Lie­der nicht mehr und den­noch kann man nicht sagen dass sie alters­milde sind. Das wäre sicher­lich das letzte was man mit die­ser Band in Ver­bin­dung brin­gen würde und den­noch sind schon einige Bands aus der Dekade, eben in die­ser Fall‐​Höhe‐​Falle getappt.

Doch die Reid Brü­der ärgert dass nicht so sehr als die Tat­sa­che dass es junge Bands gibt, die sich auf The Jesus and Mary Chain bezie­hen aber nicht mal im Ansatz soviel Feuer haben. Das ist auch der Grund warum „Damage and Joy“ erscheint. Sie wol­len zei­gen wie man ein Indie‐​Noise‐​Rock‐​Album auf­nimmt, wel­ches zeit­los und trotz­dem angriffs­lus­tig ist.

Klar, die Musik dies­mal lässt einen nicht so ange­nehm ver­stö­rend zurück wie vor 30 Jahre. Auch kann man bei einem Song wie „Get On Home“ sagen, dass man viel­leicht nicht ganz auf der Höhe der Zeit klingt. Doch spä­tes­tens wenn dann die Gitar­ren lär­men, der Hall mit beige­fügt wird und eine Rück­kopp­lung erzeugt wird, ist man entschädigt.

Doch es hat nicht mehr die Wucht und vor allem Wut von frü­her. Das ist auch nicht schlimm, jeder ändert sich und die Grund­zu­ta­ten sind auch die glei­chen. Auch die Vor­liebe für Phil‐​Spector‐​Arrangements‐​Kunst. Den Beach‐​Boys‐​Klang umge­münzt auf deren Musik und auch die DNA zum Punk und auch zu The Vel­vet Under­ground oder Sui­cide sind noch immer da.

Geän­dert in den zwan­zig Jah­ren hat sich dass The Jesus and Mary Chain auch mal Gast­sän­ge­rin an ihrer Seite dul­den und so singt ihre Schwes­ter Linda genauso mit wie die unbe­kannte Sän­ge­rin Ber­na­dette Den­ning aber auch die ehe­ma­lige Belle and Sebas­tian Stimme Isobell Camp­bell und selbst Pop­sän­ge­rin Sky Fer­reira ist hier mit von der Partie.

Text­lich geht es mal um Selbst­mord von bekann­ten Musi­kern und Freunde aber auch die der­zei­tige Lade des USA wird the­ma­ti­siert. Vie­les ist also bei „Damage and Joy“ beim Alten geblie­ben, auch wenn der Zorn und Noise nicht mehr zu ste­chend und ver– und zer­stö­rend ist, wie frü­her. Den­noch ist die­ses ein sehr gelun­ge­nes Com­be­ack und schlägt die junge Kon­kur­renz in den meis­ten Fäl­len um Längen.

Erschie­nen bei: Warner
the​je​su​sand​ma​rychain​.uk​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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