// Musik

Sonntag, 05. November 2017

Various Artists

Covered In Gloria

Various Artists – Covered In Gloria
Various Artists – Covered In Gloria

Die meis­ten Alben mit Cover‐​Versionen ver­fol­gen ja immer eine bestimmte Linie. Ent­we­der sie hul­di­gen einem Genre, Thema oder ein­fach einem bestimm­ten Künst­ler. Bei der vor­lie­gende Platte „Covered In Glo­ria“ ist das doch ein wenig anders. Da erkennt man zunächst kei­nen roten Faden.

Die Songs stam­men aus unter­schied­li­chen Deka­den, wobei man doch eine starke Aus­rich­tung zu den acht­zi­ger Jah­ren erken­nen kann. Die Gen­res sind nicht klar defi­niert, da gibt es Schmacht­fetz­ten neben Party‐​Rap. Was einem aber schnell auf­fällt ist, dass „Covered In Glo­ria“ vor allem Spaß machen soll.

Doch der Spaß ist nicht nur ein­sei­tig, der Hörer, aber auch die ver­tre­te­nen Künst­ler haben schein­bar ihre Freude. Zuge­ge­ben, die Namen der Künst­ler, die hier sich die bekann­ten Stü­cke zur Brust neh­men, sind nur einem klei­nen erlauch­ten Kreis ein Begriff. Das liegt aber auch daran, dass Deek‐​Recordings hier­zu­lande nicht wirk­lich etwas offi­zi­ell ver­öf­fent­licht. Doch das schmä­lert den Spaß und auch den Mut nicht, mit dem einige Künst­ler hier zu Werke gehen.

So wird Roy Orbin­sons „Com­mu­ni­ca­tion Break­down“ in der Inter­pre­ta­tion von Never zu einem küh­len Wave‐​Song. Man fragt sich was einen Künst­ler wie Sean Nicho­las Savage & Bet­ter Per­son bewegt, sich aus­ge­rech­net den Schmalz­bar­den Julio Igle­sias vor­zu­knöp­fen. Wie kommt eine nie­der­län­di­sche Pro­du­zen­tin mit dem ver­wir­ren­den Namen Suzanne Kraft dazu, Andreas Doraus Song „Nord­see“ zu covern und das mit einem lus­ti­gen Akzent?

Warum machen Kero Kero Bonito aus Oasis‘ „Rock n Roll Star“ eine elek­tro­ni­sche Pop­num­mer? Wie gelingt es ALASKA­LASKA, aus Edwyn Collins „A Girl Like You“ so eine tro­ckene Electro‐​Funk‐​Nummer zu machen? Wie kommt man auf die Idee, von Wham aus­ge­rech­net „Wham Rap“ zu covern oder auf den Gedan­ken, „Girls“ von Beas­tie Boys in einer Lo‐​Fi‐​Folk Ver­sion her­un­ter zu nudeln?

Und zu guter Letzt: Wie inter­es­sant klingt „Cam­bo­dia“ von Kim Wilde in der Ver­sion von Red Axes? „Covered In Glo­ria“ ist zwar kon­zept­los, aber dafür mutig in allen mög­li­chen Varia­tio­nen und es macht unheim­lich viel Spaß.

Erschie­nen bei: Deek Recordings
www​.deek​re​cor​dings​.co​.uk

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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