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Dienstag, 31. März 2015

Noel Gallagher´s High Flying Birds

Chasing Yesterdays

Noel Gallagher´s High Flying Birds – Chasing Yesterdays
Noel Gallagher´s High Flying Birds – Chasing Yesterdays

Das Debüt von Noel Gallagher´s High Fly­ing Birds im jahr 2011 hat mich anfangs gar nicht inter­es­siert, und selbst der Split von Oasis mich nicht gerade allzu sehr gejuckt. Viel zu belang­los klan­gen die letz­ten Plat­ten der Legenden‐​Band, und als danach Liam Gal­lag­her mit Beady Eye als ers­tes ins Solo‐​Rampenlicht stieß, war für mich die Sache klar, dass von den Gallagher‐​Brüdern nichts Her­vor­ra­gen­des mehr kom­men würde außer viel­leicht einer Reunion von Oasis.

Doch dann hörte man Noel Gallagher´s High Fly­ing Birds und die Songs des Erst­lings­werks, wel­ches schlicht „Noel Gallagher´s High Fly­ing Birds“ beti­telt wurde, und man erlebte so tolle Songs wie seit „(What´s The Story) Morning Glory?“ nicht mehr. Zwar hat­ten sich Noel und seine bei­den Mit­spie­ler damals nicht allzu weit von Oasis abge­na­belt, aber es waren runde und fein abge­schmeckte Arran­ge­ments dabei und auch Songs, die man als Hym­nen bezeich­nen kann.

Nun end­lich der Nach­fol­ger namens „Cha­sing Yes­ter­days“. Man wird zwar nicht mit kom­plett neuen Facet­ten über­rascht, das erwar­tet man aber eben auch nicht von Noel Gal­lag­her, dafür ist Damon Albarn da. Aber wie­der jede Menge strai­ghte und wun­der­volle Songs sind dabei.

Und den­noch hat man beim Opener das Gefühl, ver­se­hent­lich eine Oasis‐​Platte zu hören, denn „River­man“ klingt ein wenig nach dem Über­hit “Won­der­wall“, ist aber als klei­ner Joke gedacht, denn in dem Moment, wo es zu sehr ähnelt, wird gehus­tet, „River­man“ star­tet noch­mal und zeigt, wie sim­ple aber grif­fige Songs Noel Gal­lag­her doch schrei­ben kann.

Auch die meis­ten ande­ren Songs sind mehr Hym­nen als musi­ka­li­sche Mau­er­blüm­chen. Auch dies­mal ist es, wie eben auch die Oasis‐​Songs, gerne Rock, und es blei­ben doch tolle Pop‐​Melodien, doch Noel Gal­lag­her hat die Skan­dale sei­ner alten Band und auch die Über­heb­lich­keit außen vor gelas­sen. Und auf ein­mal erkennt man, dass genau nur Noel Gal­lag­her sol­che Songs schrei­ben kann. Die klug sind und den­noch boden­stän­dig, dabei einige kleine Extra­va­gan­zen haben.

So sind „The Mexi­can“ oder „Thee Right Stuff“ psy­che­de­lisch ange­haucht. „The Bal­lad Of Mighty I“ hat einen melan­cho­li­schen Melo­di­en­kern, besitzt Dra­ma­tik und ist den­noch mit einem Rock­groove bestückt. Viel­schich­tig sind die Songs auch auf dem zwei­ten Album gewor­den und sto­ßen den­noch den Oasis‐​Fan nicht vor dem Kopf. Und man weiß spä­tes­tens jetzt, dass Noel der cle­ve­rere von den bei­den ist.

Erschie­nen bei: Sour Mash /​Indigo
www​.noel​gal​lag​her​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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