// Musik

Montag, 15. Mai 2017

Candelilla

Camping

Candelilla – Camping
Candelilla – Camping

Can­de­lilla kann man sicher­lich als eine sehr kon­se­quente Band bezeich­nen. Gerade wegen die­sem Mut, Hal­tung zu bewah­ren hat es die Mün­che­ner Band so zu einem guten Ruhm gebracht. Das hat sogar dazu geführt, dass ihr zwei­tes und bis dato letz­tes Album „Heart Mut­ter“ zum einen bei dem ZickZack‐​Label ver­öf­fent­licht und zum ande­ren auch noch von Produzenten‐​Legende Steve Albini auf­ge­nom­men wurde.

Danach hätte die Kar­riere eigent­lich inter­na­tio­nal ein wenig an Fahrt auf­neh­men müs­sen. Can­de­lilla haben sich aber vier Jahre Zeit genom­men und ein durch­aus sper­ri­ges, aber weit­läu­fi­ges Album auf­ge­nom­men. Musi­ka­lisch ist ein sehr direk­tes Postpunk‐​Album geworden.

Da ist der Gesang sehr kühl auf­ge­stellt und betont die Worte als wären es Waf­fen. Das erlebt man bei dem Song „Hand“, da wer­den die Worte fast ein­zeln auf­ge­zählt, anstatt sie als Wört­er­kette in Melo­dien zu packen. Nein, die­ser Song und auch andere wir­ken bedroh­lich und sind ziem­lich düs­ter arrangiert.

Trotz­dem sind viele der Songs keine Klötze, „Tro­cken und Stau­big“ ist zwar vom Gesang her auch wie­der dis­tan­ziert und erin­nert stark an den Gesang der Band Mala­ria! Bei besag­tem Titel hört man aber auch einen leicht ver­track­ten Rhyth­mus, gekonnte Klavier‐​Klänge und eine Gitarre, die gar nicht so stur klingt wie sie wirkt. Bei dem Opener „Augen“ taucht wie­der ein Piano auf und die rest­li­chen Instru­mente wan­deln zwi­schen Post‐​Punk und Post‐​Rock und auch zur Jazz‐​Struktur.

Von daher kann man ver­ste­hen, dass die Pres­se­info auch Talk Talk mit „Colour Of Spring“ als Refe­renz her­an­zieht. Bei „Trans­for­mer“ klingt die Mün­che­ner Band stark nach der ver­ges­se­nen Band The Organ. Die Melo­die hat einen zar­ten melan­cho­li­schen Kern, aber auch ein leicht beschwing­tes Äuße­res, bei den man auch an The Smiths den­ken könnte. Gut, War­paint ist auch zu hören.

Meis­tens sind die Songs von Lina Sey­bold, Mira Mann, Rita Argauer und San­dra Hil­pold doch recht kan­tig und der Gesang ist ebenso und zudem gerne auch wütend. Die Arran­ge­ments ste­hen dem in nichts nach und zusam­men ergibt es einer der packends­ten Plat­ten die­ses Gen­res seit lan­gen hierzulande.

Erschie­nen bei: Tro­ca­dero Records /​Indigo
www​.can​de​lilla​.de

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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