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Mittwoch, 18. Juli 2018

Iceage

Beyondless

Iceage – Beyondless
Iceage – Beyondless

Wenn man auf die Rück­seite des neuen Albums von Iceage schaut dann denkt man, dass die vier Jungs ziem­lich geschafft aus­se­hen. Da bekommt man ein wenig die Sorge, dass „Beyond­less“ abge­kämpft und schlaff klin­gen müsste. Also genau das Gegen­teil zu dem Erschei­nen ihres Debüts „New Bri­gade“ im Jahre 2010.

Doch man muss die Stirn nicht run­zeln, denn die Band aus Däne­mark gaben auch die­ses Mal nicht die Qua­li­tät aus den Rudern. Noch immer bewei­sen Iceage wie fazi­nie­rend und mutig Post‐​Punk klin­gen kann, und dass nach vier­zig Jah­ren der Ent­de­ckung des Gen­res. Die Songs sind teil­weise so starr, haben aber doch immer genug Platz, um auch eine unge­wöhn­li­che Her­an­ge­hens­weise zu nutzen.

So ist „Show­time“ z.B. ein Song der lang­sam hin­ein schlurft, und mit dem Saxo­phon hat man eher das Gefühl, dass es im Jazz Gefil­den abwan­dern könnte. Das macht der Song nicht, aber er klingt wie Vau­de­ville mit viel Dun­kel­heit. Der Opener „Hur­rah“ ist dann ziem­lich voll­mun­dig, denn der Gesang ist hier beson­ders rot­zig. Die Gitar­ren und das Schlag­zeug ent­wi­ckeln am Ende dazu einen ordent­li­chen Drive. So müs­sen sol­che Songs in die­sem Musik­stil auch klingen.

Pain Kil­ler“ hat Blä­ser, die sich mehr nach Ska anhö­ren als nach düs­te­ren Gitarren‐​Sounds, nur der Gesang zeigt wie gefähr­lich die Musik ist. Ja, der Gesang von Sän­ger Elias Ben­der Røn­nen­felts sticht hier ziem­lich her­aus und macht aus vie­len Stü­cken etwas ange­nehm theatralisches.

Man muss natür­lich fest­hal­ten, dass auf „Beyond­less“ vie­les von frü­her ver­schwun­den ist, wie etwa die Zunei­gung zum Hard­core. Dafür gibt es aber jede Menge Instru­mente die in die­sem Genre nicht all­täg­lich sind, wie eben Strei­cher oder Blä­ser. Alleine für die­sen Mut muss man „Beyond­less“ lie­ben, aber auch für die tol­len Songs.

Erschie­nen bei: Escho /​Mata­dor
iceage​copen​ha​gen​.eu

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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