// Musik

Dienstag, 04. April 2017

Barberos

Barberos

Barberos – Barberos
Barberos – Barberos

Das in rosa gefärbte Art­work der Debüt­platte von Bar­be­ros lässt einen anfangs in eine fal­sche Rich­tung lau­fen. Die rosa­rote Brille muss man hier nicht auf­ha­ben, und leichte, pop­pige Musik bekommt man von den drei Bri­ten auch nicht ser­viert, Das ein­zig Gewöhn­li­che an die­ser Platte ist viel­leicht noch, dass sie den glei­chen Namen hat wie eben die Band.

Doch die Musik ist purer Noise. Die­ser quillt nicht unkon­trol­liert her­vor. Er kann mal lang­sam auf­tau­chen und wie­der abtau­chen, und genau in die­sen Momen­ten sorgt die Band für am meis­ten Angst‐​Gänsehaut. Als Beweis dient der Song „Hoyl“, bei dem man den Gesang auch gut ver­ste­hen kann, da es sich mehr um Spre­chen han­delt. Die­ses soll der ein­zige Song mit Gesang sein, wobei auch bei „The Ladius“ zum Ende hin Gesang sich sei­nen Weg sucht, dabei muss ich bei die­sen elek­tro­ni­schen Klän­gen und dem ver­zerr­ten Gesang irgend­wie an den 83er Hit „Why Can The Bodies Fly“ denken.

Nur mit dem Unter­schied, dass sich „The Ladius“ sie­ben Minu­ten win­det und wen­det und eben keine Melo­die hat. Eine große Kunst von Bar­be­ros sind ihr poly­rhyth­mi­sches Schlagzeug‐​Spiel und die Beat‐​Bastelei, die man bei „Con­creto (Reprise)“ gut erken­nen kann. Aber auch Dub‐​Sound und vor allem der elek­tro­ni­sche Kra­wall, der schon Hardcore‐​Züge anneh­men kann, sorgt für ein brei­tes musi­ka­li­sches Spektrum.

Dabei schaf­fen es die Liver­poo­ler Her­ren auch noch, manch­mal tanz­bar zu klin­gen. Das ist sicher­lich eher als Zufall zu ver­ste­hen, denn neben der Musik legt die Band viel Wert auf visu­elle Mög­lich­kei­ten. In die­ser Ver­bin­dung kann dann auch ein Kon­zert gut funk­tio­nie­ren, in hei­mi­schen Wän­den und ohne opti­sche Reize ist die­ses Erst­lings­werk sicher­lich schwer ver­dau­lich und for­dernd. Also nur für einen klei­nen Hör­er­kreis gedacht.

Erschie­nen bei: Offet Records /​Dream Machine
www​.bar​beroos​.org

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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