// Musik

Sonntag, 17. Januar 2016

Brian Auger

Back To Beginning - Anthology

Brian Auger – Back To Beginning - Anthology
Brian Auger – Back To Beginning - Anthology

Wenn in der Musik von Fusion die Rede ist, ent­steht meist etwas Krea­ti­ves, und den­noch ist die­ses Wort irgend­wann zu einem Schimpf­wort mutiert. Das war in den sieb­zi­ger Jah­ren anders, als bekannte Musi­ker mit ande­ren ebenso bedeut­sa­men Musi­kern Super­groups grün­de­ten, um zu fusio­nie­ren und sich auch neu auszutoben.

Auch Brian Auger hat immer wie­der neue Grup­pen for­miert und ist künst­le­risch nie ste­hen geblie­ben. Im Gegen­teil, er war immer auf der Suche nach neuen Mischun­gen also neuen „Fusi­ons“. Und wenn man es genau nimmt, ist der Brite sicher­lich einer der bekann­tes­ten Ver­tre­ter die­ses „Gen­res“. Er hat immer ein Wag­nis auf sich genom­men, um den Groove neu zu erfor​schen​.Er hat Jazz mit Soul ver­bun­den und sich auch nie gescheut, Rock‐​Gitarren erklin­gen zu lassen.

Er hat Pio­nier­geist gezeigt und sich damit zu einem Meis­ter auf sei­nem eigene Gebiet gemacht. Wes­halb seine Songs zahl­reich gesam­pelt wer­den, und das von unter­schied­lichs­ten Acts wie Com­mon aber auch Air. Her­bie Han­cock und die Beas­tie Boys sind und waren große Fans von ihm. Und selbst die große Stimme des Jazz, Sarah Vaug­han, hat seine Songs geco­vert. Rod Ste­warts Kar­riere beruht auf ihm.

Nun ist eine neue Werk­schau von Brian Auger erschie­nen, und die ist mit zwei CDs oder grö­ße­rer Vinyl‐​Anzahl üppig. Wobei es auch keine leichte Auf­gabe ist, seine Dis­ko­gra­phie zu destil­lie­ren, um die schöns­ten Momente zu fin­den. Kein leich­tes Unter­fan­gen, aber man kann nicht wirk­lich meckern. Hier wird ein Künst­ler gezeigt, der als musi­ka­li­scher Inno­va­tor und Jazz‐​Piano‐​Held die Hammond‐​Orgel unpein­lich in Groove‐​Kontext gesetzt hat und der als God­fa­ther of Acid Jazz gilt.

Diese Tas­ten­in­stru­mente tau­chen bei nahezu allen Stü­cken auf und sind manch­mal auch feder­füh­rend wie bei „No Time To Live“. Es gibt auch ein gemein­sa­mes Stück, bei dem der junge Rod Ste­wart den Sam‐​Cooke‐​Standard „Shake“ singt. Auch wer­den seine Jazz‐​Fusion‐​Werke mit The Obli­vion Express gut berücksichtigt.

Am meis­ten Platz wird den Songs mit der groß­ar­ti­gen Sän­ge­rin Julie Dris­coll ein­ge­räumt, und schon nur ein so ener­gie­ge­la­de­ner Song wie „Indian Rope Man“ zeigt, warum seine Musik sei­ner­zeit so neu und auf­re­gend war. Was sicher­lich auch an der kraft­vol­len Stimme von Julie Dris­coll gele­gen hat, aber auch daran, wie wun­der­bar Brian Auger und seine Musi­ker die Ener­gie immer auf hohem Niveau hal­ten konn­ten, ohne dass sie sinn­los verpuffte.

Manch­mal hat das ganze dann auch ein wenig den schö­nen Charme von Bandleader‐​Orchester, wie etwa „Fred­dies Flight“. Auch auf die­ser Com­pi­la­tion gibt es neues Mate­rial vom neu­este Live‐​Album „Live in Los Ange­les“. Also eine sehr umfas­sende Übersicht.

Erschie­nen bei: Free­style Records /​Groove Attack
www​.bri​a​n​au​ger​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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