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Donnerstag, 01. Februar 2018

The Telescopes

As Light Return

The Telescopes – As Light Return
The Telescopes – As Light Return

The Tele­scopes erste Kar­riere war kurz, aber hef­tig. 1988 tauch­ten sie zum ers­ten Mal auf und haben eine Split‐​Single auf­ge­nom­men. Im dar­auf­fol­gen­den Jahr kam ihr Debüt „Tatse“ auf den Markt, und bis 1992 folg­ten noch der zweite Lang­spie­ler und aller­hand Sin­gles. Sie haben damals psy­che­de­li­schen Rock mit Space‐​Fragmenten ver­mischt und dazu noch jede Menge Indie‐​Lärm eingebunden.

Sie lös­ten sich auf und, wie so oft bei unter­schät­zen Bands, gab es eine Legenden‐​Bildung. 2002 hat Ste­phen Lawries dann doch Blut geleckt und seine Band wie­der akti­viert. Seit­dem sie wie­der zusam­men musi­zie­ren, sind sie genauso emsig wie in ihrem ers­ten Leben. Jede Menge Alben und EPs pflas­tern seit­dem ihren Weg.

Das neuste Werk ist „As Light Return“, bei die­sem weiß man nicht so genau, ob man EP oder doch Album dazu sagen soll. Fünf Songs, ist ja nicht gerade üppig, aber dafür ist mit „Hand­ful Of Ashes“ auch ein 14‐​Minuten‐​Klotz dabei. Die­ser ist nicht leicht ver­dau­lich und als Song sicher­lich nicht direkt erkenn­bar. Man hört minu­ten­lang Drone‐​Klänge, die auf län­gere Zeit das Hirn mürbe machen kön­nen, und im Hin­ter­grund ist man sich nie sicher, ob man Stim­men hört oder ob man sich diese nur einbildet.

Die ande­ren vier Titel sind sicher­lich eher als Song erkenn­bar, wobei auch diese nichts für seichte Gemü­ter sind. „Hand Full Of Ashes“ ist eine mal­mende Orgie aus Noise, Post­rock und unver­ständ­li­chem Gra­bes­ge­sang. Am zugäng­lichs­ten ist der Opener „You Can´t Reach You Hun­ger“, auch wenn hier tief­schwarze Wave‐​Musik sich mit Rück­kop­pe­lun­gen vergnügt.

Auch sonst klingt die Musik so gefähr­lich und rei­zend, dass man davon schlaf­lose Nächte bekommt. Keine leichte Kost, aber es zeigt, dass The Tele­scopes auch nach so vie­len Jah­ren und Ver­öf­fent­li­chun­gen nicht alters­milde sind. Nein, sie klin­gen noch immer so frisch und wild wie 1988.

Erschie­nen bei: Tapete /​Indigo
www​.tape​te​re​cords​.de/​a​r​t​i​s​t​s​/​t​h​e​-​t​e​l​e​s​copes

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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