// Musik

Donnerstag, 02. März 2017

The Parlotones

Antiques & Artefacts

The Parlotones – Antiques & Artefacts
The Parlotones – Antiques & Artefacts

Als Anfang der 2000er Jahre in Eng­land alle Bands gehypt wur­den, die irgend­wie wie Maximo Park oder Franz Fer­di­nand klan­gen, da schaute man sich irgend­wann auch im Aus­land nach ver­gleich­ba­ren Bands um. Die süd­ame­ri­ka­ni­sche Ant­wort waren The Parlotones.

Diese hat­ten sich schon ein paar Jahre zuvor gegrün­det. Genauer gesagt, war es 1998, und den­noch war der Hype nicht so erfolg­reich, dass man sich in unse­ren Brei­ten­gra­den und eben dem von Eng­land an die­ses Quar­tett erin­nern kann. Uner­folg­reich waren sie den­noch nicht. Ihr zwei­tes Album „Radio­con­trol­ledro­bot“ hat den süd­ame­ri­ka­ni­schen Echo in der Kate­go­rie „Best Rock Album“ vor zehn Jah­ren gewon­nen, und auch einen Nummer‐​Eins‐​Hit konn­ten sie in ihrer Hei­mat verbuchen.

Doch den Erfolg nur auf ihr eige­nes Land zu beschrän­ken, damit wol­len sich The Par­lo­to­nes nicht zufrie­den­ge­ben. Des­we­gen erscheint ihr ach­tes Album „Anti­ques & Arte­facts“ auch bei uns. Musi­ka­lisch ist es durch­aus etwas für unsere Ohren. Eine sehr inter­na­tio­nal pro­du­zier­tes Langspiel‐​Platte ist es gewor­den und für eine breite Ziel­gruppe ausgerichtet.

Hym­ni­scher Indie‐​Rock, der auch bei einem Familien‐​Festival funk­tio­nie­ren und am Nach­mit­tag bei NDR 2 lau­fen kann. Der Opener „Whist­les Dixie Dizzy“ ist blitz­schnell im Ohr, dank sei­nes Ohhhoo, sei­ner grif­fi­gen Melo­die und dem ein­fa­chen Rhyth­mus. Dazu gibt es auch sanfte Folk‐​Songs, bei denen z.B. ein Banjo zum Ein­satz kommt und die somit ins Fahr­was­ser von Mum­ford & Sons gera­ten können.

Nur dass die Songs von The Par­lo­to­nes eben wesent­lich pop­pi­ger sind. „Ske­le­tons“ hin­ge­gen erin­nert an eine mut­lose Vari­ante von The Kil­lers, bes­ser ist hin­ge­gen „The Gra­vety“. Ja, Mut ist nicht das Kern­ge­biet von The Par­lo­to­nes, die Songs sind alle zu offen­sicht­lich glatt pro­du­ziert Keine Ecken und Kan­ten mehr dran, an denen man sich irgend­wie sto­ßen kann.

Da ver­wun­dert es nicht, dass mit „Fol­lo­wing You“ eine Bal­lade mit an Bord ist, die so har­mo­nisch ist, wie man sich Weih­nach­ten vorstellt.

Erschie­nen bei: East­zone Records /​Rough Trade
www​.face​book​.com/​t​h​e​p​a​r​l​o​tones

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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