// Musik

Donnerstag, 11. Januar 2018

Animal Youth

Animal

Animal Youth – Animal
Animal Youth – Animal

Ani­mal Youth sind aus der Asche der Noiserock‐​Band Siamese Queens ent­stan­den. Dass es die besagte Gruppe nicht mehr gibt, ist noch gar nicht lange her. Erst 2016 haben sie sich auf­ge­löst, von daher ist man ver­wun­dert, wie schnell sie eine neue Band aus dem Ärmel geschüt­telt haben.

Ein Schnell­schuss ist „Ani­mal“ nicht gewor­den, zudem haben sie als Ani­mal Youth die Ver­bin­dung zur vor­he­ri­gen Band nahezu gekappt. Man kann ver­mu­ten, dass die Bel­gier ein­fach fest­ge­stellt haben, dass ihr Herz für eine andere Musik schlägt und die­ses kon­se­quent umge­setzt. Des­we­gen auch der neue Name.

Musi­ka­lisch hin­ge­gen sind sie nicht dabei, die Musik­ge­schichte umzu­schrei­ben, was aber nicht böse gemeint ist, Viel­mehr badet der Sound von Ani­mal Youth sehr in acht­zi­ger­jahre New Wave. Das Ganze ist nicht neu­ar­tig vor­ge­tra­gen, aber unge­mein gekonnt und stilsicher.

Der Bass ist klar und kühl struk­tu­riert, die Syn­the­si­zer las­sen Nebel­schwa­den auf­zie­hen. Die Lead­gi­tarre macht ihrem Namen alle Ehren, der Gesang von Guy Tour­nay ist unauf­ge­regt aber ste­chend, Schlag­zeug und Bass haben jede Menge Hall in sich. Gerne ist der Sound auch sägend und im gan­zen sehr mas­siv, wie es der Opener „Dar­kest Place“ ein­drucks­voll beweist. Sel­ten so einen herr­lich zart­dunk­len Song gehört, der das beste von Inter­pol und The Cure ver­bin­det. Zumal Tour­nay einen ähn­li­chen Gesang an den Tag legen kann wie Rober Smith.

Auch beein­dru­ckend, wie sehr sie die Wall Of Sound auf­bauen kön­nen, wie bei „Love You (When You´re Dead)“, ohne dass es auf­ge­bläht klingt. Im Gegen­teil, sie schaf­fen es auch, Melan­cho­lie in tanz­bare Rhyth­men zu ver­pa­cken, wie „You Don´t Know Love“. Mit „Ani­mal“ ist es Ani­mal Youth gelun­gen, eine der bes­ten Post‐​Punk‐​Wave‐​Platten der letz­ten Monate her­aus­zu­brin­gen, und man ist gespannt, wie die nächste Platte klingt. Vor­aus­ge­setzt, sie ändern nicht wie­der alles.

Erschie­nen bei: Weyrd on Records /​Cargo
face​book​.com/​a​n​i​m​a​l​youth

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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