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Montag, 14. August 2017

Dispatch

America, Location 12

Dispatch – America, Location 12
Dispatch – America, Location 12

Dis­patch sind hier­zu­lande doch eher unbe­kannt. In den USA lan­den ihre Alben aber mitt­ler­weile in den Charts. Gegrün­det hat sich die Band aus Bos­ton schon 1996, aller­dings 2002 erst ein­mal auf­ge­löst, weil man sich nicht grün war, in wel­che musi­ka­li­sche Kerbe man hauen möchte. 2007 haben sie sich wie­der zusam­men­ger­auft, um ein Kon­zert zu geben, und seit­dem ist die Band wie­der aktiv.

Ame­rica, Loca­tion 12“ ist nun ihr ins­ge­samt zehn­tes Album, und diese klingt nicht nach einer Band, die schon so lange im Geschäft ist. Gut, es klingt auch nicht nach einem ent­fes­sel­ten Debüt, macht aber einen fri­schen Ein­druck. Es ist eine Mischung aus Alter­na­tive, einer gesun­den Por­tion Pop und viel Folk. Die­ser wird immer recht locker und leicht prä­sen­tiert. Es ist dabei auch nicht fest­zu­ma­chen, wel­chen Folk sie spie­len wollen.

Es ist irgend­wie schon ame­ri­ka­nisch, aber den­noch las­sen sie sich nicht auf Gren­zen fest­le­gen. Das beweist der Song „Only The Wild Ones“, denn hier stand schein­bar Paul Simon mit sei­nem Album „Gra­ce­land“ Pate, oder mei­net­we­gen auch Vam­pire Wee­kend mit ihrem Erst­lings­werk. Herr­lich beschwing­ter Folk mit viel Afro‐​Pop, der sich aber nicht verzettelt.

Beim Opener „Be Gone“ wird hin­ge­gen erst ein­mal ein wenig mit den Rock‐​Muskeln gespielt, und dann bricht immer wie­der wei­cher Folk‐​Harmonie‐​Gesang durch. Ja, man kann dann auch Beach Boys erken­nen. „Rice Water“ hin­ge­gen ist Leisetreter‐​Folk, der so klingt, als wäre bei Jack John­son eine Graue Wolke über sei­nem Surf­brett erschie­nen. „Curse + Crush“ gefällt dann allen, die die erste Platte von Mum­ford & Sons verehren.

Dis­patch zei­gen sich auf „Ame­rica, Loca­tion 12“ unge­mein viel­sei­tig, ohne jedoch das sichere Fahr­was­ser zu ver­las­sen. Das ist auf jeden Fall ein Kunst­werk, was nicht allen Bands gelingt.

Erschie­nen bei: Bom­ber Records /​Rough Trade
dis​patch​mu​sic​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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