// Musik

Sonntag, 10. September 2017

Groenland

A Wider Space

Groenland – A Wider Space
Groenland – A Wider Space

Kanada ist ja ein sehr freund­li­ches Land und zudem sehr offen. Das ist immer ein guter Nähr­bo­den für Kunst und Kul­tur und nicht umsonst über­rascht die­ses gro­ßes Flä­chen­land seit dem Jahrtausend‐​Wechsel immer mit guten Indie‐​Bands. Gerne ist es auch eine große Gruppe und manch­mal kann man auch von einem Kol­lek­tiv spre­chen. Wie man Gro­en­land nun betrach­tet will ist nicht ganz klar, aber sie stam­men aus dem musi­ka­li­schen Hot‐​Spot Montreal.

Nach der Grün­dung ging es ganz schnell. 2013 erschien ihr Debüt „The Chase“ wel­ches gleich den Kana­di­schen Musik­preis GAMIQ in der Kate­go­rie „Pop Album of the Year“ ein­heim­sen konnte. Das Pop‐​Verständnis in die­sem Land ist auf jeden Fall eine ande­res als hier­zu­lande. Denn es ist zu einem ein Indie‐​Album gewe­sen und zudem ist es sehr orches­tral gehal­ten gewesen.

Nach dem gan­zen media­len Bohei hat es das Sex­tett die dar­auf­fol­gen­den Jahre etwas ruhi­ger ange­hen las­sen. Erst letz­tes Jahr erschien der Nach­fol­ger „A Wider Space“ in ihrer Hei­mat und bei uns ist es als Import zu bekom­men. Grobe Rich­tungs­än­de­run­gen haben die drei Damen und Her­ren nicht angestrebt.

Ein wenig süß­li­cher sind die meis­ten Songs gera­ten und die Melo­dien und Refrains sind noch immer recht pop­pig aber eben nicht Pop. Denn die Musik hat nicht die glatte Ober­flä­che die man aus dem Pop kennt. Hier gibt es mar­kante Ecken und auch ein Gesang der manch­mal aus dem gewohn­ten Rah­men fällt. Das fällt einen bei „Against The Odds“ auf, da gerät der Gesang leicht ins piep­sige ohne aber dabei zu nerven.

Ein wei­ter Punkt ist das Gro­en­land es ver­steht schöne Arran­ge­ments zu gestal­ten. Mal ste­cken die Musi­ker im tie­fen Kam­mer­pop und im nächs­ten Moment ras­selt und klim­pert es und es öff­net sich eine unbe­schwerte Melo­die. Oft ent­wi­ckeln die Songs auch einen eige­nen Groove, wie man es bei „Retreat“ erken­nen kann. Bei „Appa­la­ches“ wird es Art‐​Pop mit .

Man muss den zehn Songs schon ein paar Durch­läufe gewäh­ren um die Qua­li­tät zu erken­nen. Dann kann man aber jede Menge Eupho­rie spü­ren und auch dass es am Ende doch mehr Kunst ist als schnö­der glat­ter Pop.

Erschie­nen bei: Bone­sound /​Import
www​.gro​en​land​band​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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