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Dienstag, 09. Januar 2018

Manchester Orchestra

A Black Mile To The Surface

Manchester Orchestra – A Black Mile To The Surface
Manchester Orchestra – A Black Mile To The Surface

Man muss schon fest­stel­len, dass Man­ches­ter Orches­tra immer ihren Sound über­ar­bei­ten, und viel­leicht wird des­we­gen oft bei die­ser Band etwas von Reife gere­det. Ihr Debüt „I‘m Like A Vir­gin Losing A Child“ wel­ches vor elf Jah­ren her­aus­kam, war meist sehr trau­ri­ger Indie‐​Rock.

Mit dem drit­ten Werk „Sim­ple Math“ haben sie noch Folk und sehr feine Arran­ge­ments hin­zu­ge­fügt. Vom vier­ten und letz­ten Album „Cope“ haben sie zwei Vari­an­ten her­aus­ge­bracht. Die lär­mende Ver­sion ist „Cope“, und die ruhi­gen Ver­sio­nen der Lie­der ver­sam­meln sich auf „Hope“.

Mit „A Black Mile To The Sur­face“ schaf­fen Andy Hull und seine Mit­strei­ter den gekonn­ten Mit­tel­weg. Die elf Songs haben manch­mal so eine sanfte Seele, dass man Sorge haben kann, sie fie­len in sich zusam­men, sobald grel­les Son­nen­licht auf sie scheint. „The Alien“ ist so ein fili­gra­ner Song, bei dem hier ver­husch­ter Folk zu hören ist, den auch Fleet Foxes nicht bes­ser zele­brie­ren könnte. Jedes kleine schüch­terne und ver­steckte Kla­vier, jede Gitarre und alles Schlag­werk sitzt am rich­ti­gen Platz und schafft dabei ein sehr stim­mi­ges Zusammenspiel.

Dage­gen wer­den dann sol­che offen­sive Klang­tü­ten wie „The Gro­cery“ gestemmt. Gleich zu Anfang gibt es hier eine Wall Of Sound die fast schon mons­trös ist, und dann schafft es die­ser Song immer wie­der in ruhi­gere Fahr­was­ser zu kom­men, bis der nächste Sturm sich auf­bäumt. Diese Band kann große Songs schrei­ben, und manch­mal ent­pup­pen sich auch Hym­nen für das brei­tere Publi­kum, wie der Opener „The Maze“ oder „The Gold“.

Der viel­leicht beste Song ver­steckt sich am Ende und nennt sich „The Silence“. Dort baut sich das Lied lang­sam auf, wird epi­scher, trägt zarte unkit­schige Schich­ten an Pathos auf und ver­wi­ckelt den Hörer in gekonn­tes Gefühls­chaos. Dazu musi­ziert die Band sich durch alle mög­li­chen Klang­wel­ten und pen­delt zwi­schen Folk und auf­brau­sen­dem Lärm.

Erschie­nen bei: Caro­line /​Uni­ver­sal
the​man​ches​ter​or​ches​tra​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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