// Musik

Mittwoch, 05. April 2017

Various Artists

25 * 25

Various Artists – 25 * 25
Various Artists – 25 * 25

1991 war ein sehr gutes Jahr für die Geschichte der Popu­lar­mu­sik. Slint haben „Spi­der­land“ her­aus­ge­bracht, KLF setz­ten die Mecha­nis­men außer Kraft, Talk Talk bäum­ten sich musi­ka­lisch mutig auf, Metal­lica erschu­fen Gitarren‐​Riffs für Mil­lio­nen, die schüch­terne College‐​Rock‐​Band R.E.M. wurde zu Stars, ebenso wie Red Hot Chilli Pep­pers, beim Hip­Hop lie­fer­ten A Tribe Cal­led Quest mit „The Low End Theory“ einen Mei­len­stein ab, My Bloody Valen­tine brach­ten mit „Love­l­ess“ das wich­tigste Album des Sho­egaze heraus.

U2 waren ein letz­tes mal gut, Mas­sive Attack sorgte dafür, dass Bris­tol auf ein­mal auf der Land­karte der Musik auf­tauchte. Nir­vana taten die­ses mit Seat­tle und schubs­ten Micheal Jack­son vom ers­ten Platz der ame­ri­ka­ni­schen Charts. Ein wirk­lich frucht­ba­res Jahr, die­ses 1991.

Im sel­ben Jahr brachte in der nie­der­säch­si­schen Pro­vinz Mat­thias Hörst­mann die erste Aus­gabe einer Musik­zeit­schrift namens „Intro“ her­aus. Damals eher noch als Fan­zine anstatt Zeit­schrift, aber schon mit dem ehr­gei­zi­gen Ziel, die erste Auf­lage von 60000 Stück an geneigte Hörer von Indie‐​Musik loszuwerden.

Dazu noch das Wahnsinns‐​Kalkül, diese zu ver­schen­ken. Hörts­mann Bank­be­ra­ter sei­ner­zeit wird ihn für einen Men­schen mit BWL‐​Demenz gehal­ten haben. Doch die Auf­lage wuchs und wuchs, und Intro war eines der ers­ten Maga­zine, die auch im Netz aktiv waren. Mitt­ler­weile ist es es mit 100.000 Exem­plare pro Aus­gabe eines der erfolg­reichs­ten Musik‐​Magazine hierzulande.

Letz­tes Jahr gab es einen gewal­ti­gen Grund für das Intro‐​Team, jede Menge Kalt­ge­tränke zu kon­su­mie­ren und anzu­sto­ßen. Das 25jährige Jubi­läum wurde gefei­ert und mit einer dicken Aus­gabe gewür­digt. Kurz nach­ge­scho­ben wurde eine Com­pi­la­tion der beson­de­ren Art. „25 * 25“ ist der Name. Hier gibt es 25 Songs zu hören, die man als „Intro‐​Leser“ lieb­ge­won­nen hat.

Für jedes Jahr einen Song, die­ser wird aller­dings von Künst­lern geco­vert, die eben auch von der Intro als „lieb­ge­won­nen“ bezeich­net wer­den kön­nen. Dabei sind viele Ver­sio­nen drauf, von denen man Kennt­nis genom­men und sie meist in Herz geschlos­sen hat. Da wäre Toco­tro­nics Über­ar­bei­tung von Tur­bone­gros „Sailor Man“ oder das von der Split‐​Single bekann­ten „All My Fri­ends“ von LCD Sound­sys­tem, hier von Franz Ferdinand.

Auch Jose Gon­za­les Leiseläufer‐​Version von Mas­sive Attacks „Teardrop“ kennt und schätzt man, und auch Whi­liam Shat­ners Hom­mage an den viel­leicht größ­ten Brit‐​Pop Song „Com­mon People“ von Pulp mag man wegen der Skur­ri­li­tät. Jochen Distel­mey­ers Ver­beu­gung vor Lana del Reys „Video Games“ kennt man von sei­ner Cover‐​Platte, und auch „That´s How I Live“ von Blum­feld kennt man von einem Cover‐​Album von The Walkabouts.

Doch auf „25 * 25“ gibt es auch unver­öf­fent­lichte Cover‐​Versionen. Und so covern Die Liga der gewöhn­li­chen Gent­le­men mit Andreas Dorau Toco­tro­nics „Gegen den Strich“, Die Türen knöp­fen sich „Rem­mi­demmi“ von Deich­kind vor. Aus Schnipo Schran­kes Hymne „Pisse“ wird bei Lam­bert auf ein­mal eine Orgel‐​Version. The Kills setz­ten Rihan­nas „Des­pe­rado“ ihre DNA auf. Aus dem ver­träum­ten „Love Your­self“ von Jus­tin Bie­ber wird bei Love A ein schrof­fes Werk.#

Ein tol­les Geschenk von Intro an Intro, und auf wei­tere 25 Jahre!

Erschie­nen bei: Believe Digital

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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