Samstag, 21. November 2009
HateSphere in der PumpeHateSphere kamen, um den Beweis anzutreten, dass sie nach den Besetzungswechseln live immer noch eine Macht sind. Dennoch wirkte der neue Sänger Joller Albrechtsen zu Beginn etwas verhalten: Seine Ansagen beschränkten sich auf kurze Ausrufe mit empor gereckter Faust. Stattdessen konzentrierte er sich vorerst auf die Songs, die er mit wütenden Shouts und tiefen Growls dem Publikum entgegen schleuderte.
Im Laufe des Auftritts – nach Korrektur des Drumsounds und vor allem nach zwei Tequila, die ihm ein Fan spendierte – taute Joller mehr und mehr auf, suchte häufiger den Kontakt zu den Anhängern vor der Bühne und forderte sie auf, ordentlich aus sich heraus zu gehen. Die gesamte Band präsentierte sich gut eingespielt und haute die Songs mit der Wucht eines Dreißig‐Tonners in die dankbare Menge.
Vielleicht könnte man monieren, dass das Gros der Lieder recht gleichmäßig klingt und nicht wirklich viele Songs ein eigenes Gesicht haben, aber das kam dem Gig dennoch zugute. So baute sich vor den Fans eine Wand aus tonnenschweren Riffs im Midtempo‐Bereich und knüppelharten Double‐Bass‐Eruptionen auf. Trotz allem stechen genügend Songs hervor, um einen Auftritt der Dänen nicht langweilig werden zu lassen. Die neue Besetzung bringt Klassiker wie „Only the Strongest“, „Disbeliever“ und den Nackenbrecher „500 Dead People“ genauso überzeugend wie die Ur‐Besetzung, und „Backstabber“ oder „Oceans of Blood“, die auf dem aktuellen Album „To the Nines“ ihr Live‐Potential bereits andeuteten, wurden am Donnerstagabend begeistert aufgenommen.
Als Vorband konnten Zero Mentality ebenfalls punkten. Die Jungs präsentierten ihre als Black Rock bezeichnete Mischung aus Metal, Rock und Hardcore mit viel Energie und Spielwitz. Songs wie „Black Rock“, „Planet der Affen“ oder „Das Ende vom Lied“ – ein amtlicher Rausschmeißer - bewiesen, dass Zero Mentality eine Band sind, denen der Spagat zwischen diesen Stilrichtungen durchaus gelingt. Das Publikum, das sich vor der Bühne eingefunden hatte, quittierte ihren Auftritt mit ordentlich Applaus.
Insgesamt war es ein gelungenes Konzert: Die Vorband brachte das Publikum auf Betriebstemperatur, und HateSphere überrollten die Fans mit ihrem brachialen Death/Thrash‐Gemisch, so dass nach der Zugabe niemand unzufrieden nach Hause ging.