// Konzertreview

Samstag, 21. November 2009

HateSphere in der Pumpe

"We're gonna rock out!"

HateSphere in der Pumpe
HateSphere in der Pumpe

Am Don­ners­tag, den 19. Novem­ber, spielte die däni­sche Thrash‐​Band HateS­phere in der Pumpe. Im Gepäck hat­ten sie ihr neues Album „To the Nines“.

HateS­phere kamen, um den Beweis anzu­tre­ten, dass sie nach den Beset­zungs­wech­seln live immer noch eine Macht sind. Den­noch wirkte der neue Sän­ger Jol­ler Albrecht­sen zu Beginn etwas ver­hal­ten: Seine Ansa­gen beschränk­ten sich auf kurze Aus­rufe mit empor gereck­ter Faust. Statt­des­sen kon­zen­trierte er sich vor­erst auf die Songs, die er mit wüten­den Shouts und tie­fen Growls dem Publi­kum ent­ge­gen schleuderte.

Im Laufe des Auf­tritts – nach Kor­rek­tur des Drum­sounds und vor allem nach zwei Tequila, die ihm ein Fan spen­dierte – taute Jol­ler mehr und mehr auf, suchte häu­fi­ger den Kon­takt zu den Anhän­gern vor der Bühne und for­derte sie auf, ordent­lich aus sich her­aus zu gehen. Die gesamte Band prä­sen­tierte sich gut ein­ge­spielt und haute die Songs mit der Wucht eines Dreißig‐​Tonners in die dank­bare Menge.

Viel­leicht könnte man monie­ren, dass das Gros der Lie­der recht gleich­mä­ßig klingt und nicht wirk­lich viele Songs ein eige­nes Gesicht haben, aber das kam dem Gig den­noch zugute. So baute sich vor den Fans eine Wand aus ton­nen­schwe­ren Riffs im Midtempo‐​Bereich und knüp­pel­har­ten Double‐​Bass‐​Eruptionen auf. Trotz allem ste­chen genü­gend Songs her­vor, um einen Auf­tritt der Dänen nicht lang­wei­lig wer­den zu las­sen. Die neue Beset­zung bringt Klas­si­ker wie „Only the Stron­gest“, „Dis­be­lie­ver“ und den Nacken­bre­cher „500 Dead People“ genauso über­zeu­gend wie die Ur‐​Besetzung, und „Back­stab­ber“ oder „Oceans of Blood“, die auf dem aktu­el­len Album „To the Nines“ ihr Live‐​Potential bereits andeu­te­ten, wur­den am Don­ners­tag­abend begeis­tert aufgenommen.

Als Vor­band konn­ten Zero Men­ta­lity eben­falls punk­ten. Die Jungs prä­sen­tier­ten ihre als Black Rock bezeich­nete Mischung aus Metal, Rock und Hard­core mit viel Ener­gie und Spiel­witz. Songs wie „Black Rock“, „Pla­net der Affen“ oder „Das Ende vom Lied“ – ein amt­li­cher Raus­schmei­ßer - bewie­sen, dass Zero Men­ta­lity eine Band sind, denen der Spa­gat zwi­schen die­sen Stil­rich­tun­gen durch­aus gelingt. Das Publi­kum, das sich vor der Bühne ein­ge­fun­den hatte, quit­tierte ihren Auf­tritt mit ordent­lich Applaus.

Ins­ge­samt war es ein gelun­ge­nes Kon­zert: Die Vor­band brachte das Publi­kum auf Betriebs­tem­pe­ra­tur, und HateS­phere über­roll­ten die Fans mit ihrem bra­chia­len Death/​Thrash‐​Gemisch, so dass nach der Zugabe nie­mand unzu­frie­den nach Hause ging.

Über den Autor

Arne Klahn Arne Klahn

Gebür­ti­ger Kie­ler, Herbst­kind, wind– und wet­ter­fest, durch und durch nord­deutsch. – Mag Lite­ra­tur, Film, Musik & Badminton.

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