Mittwoch, 28. Oktober 2009
Dizzee RascalWenn man ehrlich ist, hätte Dizzee Armand für sein neues Album „Tongue ‚N‘ Cheek“ nicht gebraucht. Aber an der Single namens „Bonkers“ kommt man dieses Jahr halt nicht vorbei mit seinem sägenden Sound, der dann von einem House‐Rhythmus angetrieben wird, so hätten eigentlich die neuen Prodigy‐Songs klingen müssen.
Das ist der einzige Song mit dem niederländischen Dance Produzenten, und Dizzee ist auch nicht auf ihn angewiesen. Denn „Tongue ‚N‘ Cheek“ hat genügend Hits, was auch ein Blick auf die britischen Charts bestätigt.
Dabei schielt der britische MC immer mehr auf die Tanzbarkeit der Songs. Deshalb sind die Raps meist nicht mehr ganz so schnell und haben mit dem Grime des ersten Werks nicht mehr so viel gemein. Dafür funktioniert fast alles auch im Club, und somit wird Dizzee auf einmal salonfähig. Er tobt sich diesmal aus und holt halt das große Partybrett heraus.
Neben Van Helden basteln Cage und Calvin Harris die Stücke, und manchmal ist es dann doch fast zuviel des Guten, denn manchmal grenzt es auch an Neunziger Dance‐Sounds, und deshalb basiert „Dirtee Cash“ auch auf dem Adventures Of Stevie V‐Hit „Dirty Cash“.
Aber grundsätzlich zeigt sich Dizzee wieder mal in vielen Genres. „Road Rage“ ist Dancehall, und bei „Dance With Me“ kommen Latin Percussions zum Einsatz. „Leisure“ ist zu schnell geratener Ambient, der es sich auf der ChillOut‐Liege gemütlich gemacht hat, „Can´t Tek No More“ hat tolle Bläser und „Holiday“ daumendicke Synthiesounds.
Dass bei diesem Partyspaß auch noch politische Inhalte dabei sind, ist für Dizzee Rascal natürlich selbstverständlich. An „Boy In Da Corner“ kommt diese vierte Platte nicht heran, aber dazu sind die Alben zu unterschiedlich, und Dizzee ist kein Underdog, eher fast ein Popstar, der die Tanzflächen befeuert.
Erschienen bei: Universal