Montag, 01. März 2010
Premiere von FinsterStimmenIn Zweierpaaren wurde man durch die erste Tür ins Stück hinein geführt, hier sah man sich dann dem ersten Schauspieler gegenüber. Die ganze Situation wirkte zunächst ein wenig verwirrend, macht aber letztendlich den Charakter des Stückes aus. Eigenständig galt es nun den Weg durch das Haus der Familie zu finden, wobei man in jedem Raum auf ein neues Familienmitglied stieß. Sei es nun die Mutter, die einem einen warmen Empfang bereitete, der Bruder, der den Zuschauern ein unangenehmes und beklemmendes Gefühl vermittelte, die Schwester, die an dem Familiengeheimnis zerbrochen ist oder letztendlich der Vater, welcher alles unter den Teppich kehren will. Ja, der Zuschauer ist wirklich mit dabei und erfährt so Stück für Stück, was sich Schreckliches in der Familie abgespielt hat.
FinsterStimmen zeigt das Theater aus einer ganz neuen Perspektive. Das Gefühl direkt dabei zu sein, verstärkt sich bei den beiden Besuchern von Zimmer zu Zimmer. Man entwickelt eine gewisse Verbundenheit zu den Schauspielern und ist erschüttert wenn man letztendlich erfährt was sich abgespielt hat. FinsterStimmen beweist damit, dass das Theater nicht immer passiv sein muss, sondern dass der enge und aktive Kontakt zu den Schauspielern zu einem lebhaften und besonderen Erlebnis führt.
Überzeugt haben auch die Schauspieler, sei es nun Ellen Dorn als weinerliche Mutter, Marko Gebbert als grober Bruder, Agnes Richter als zerbrochene Schwester oder Werner Klockow als Vater, der das Problem in Alkohol ertränkt.
So sei gesagt, dass FinsterStimmen sehenswert und einmalig ist und dass man so ein ganz neues Gefühl zum Theater bekommt. Zum Schluss hatten die Zuschauer die Möglichkeit, sich in ein Gästebuch einzutragen, um den Schauspielern auf diese Weise ihren Beifall zu zollen.