// Bühne

Montag, 01. März 2010

Premiere von FinsterStimmen

Theater hautnah erleben

Ellen Dorn, © struck-foto
Ellen Dorn, © struck-foto

Am Sonn­tag, den 28. Februar, fei­erte Fins­ter­Stim­men im Schau­spiel­haus Pre­miere. Hier gab es Ein­bli­cke in das dunkle Geheim­nis einer Fami­lie und zwar haut­nah. Als Zuschauer befand man sich aktiv im Inne­ren des Thea­ter­stü­ckes. Die Kennt­nis, dass man sich zu zweit durch die unter­schied­li­chen Räume bewe­gen musste, hal­fen dem Zuschauer wenig, denn letzt­end­lich hat man wohl kaum erwar­tet, so nah dabei zu sein.

In Zwei­er­paa­ren wurde man durch die erste Tür ins Stück hin­ein geführt, hier sah man sich dann dem ers­ten Sc­hauspieler gegen­über. Die ganze Situa­tion wirkte zunächst ein wenig ver­wir­rend, macht aber letzt­end­lich den Cha­rak­ter des Stü­ckes aus. Eigen­stän­dig galt es nun den Weg durch das Haus der Fami­lie zu fin­den, wobei man in jedem Raum auf ein neues Fami­li­en­mit­glied stieß. Sei es nun die Mut­ter, die einem einen war­men Emp­fang berei­tete, der Bru­der, der den Zuschau­ern ein unan­ge­neh­mes und beklem­men­des Gefühl ver­mit­telte, die Schwes­ter, die an dem Fami­li­en­ge­heim­nis zer­bro­chen ist oder letzt­end­lich der Vater, wel­cher alles unter den Tep­pich keh­ren will. Ja, der Zuschauer ist wirk­lich mit dabei und erfährt so Stück für Stück, was sich Schreck­li­ches in der Fami­lie abge­spielt hat.

Fins­ter­Stim­men zeigt das Thea­ter aus einer ganz neuen Per­spek­tive. Das Gefühl direkt dabei zu sein, ver­stärkt sich bei den bei­den Besu­chern von Zim­mer zu Zim­mer. Man ent­wi­ckelt eine gewisse Ver­bun­den­heit zu den Schau­spie­lern und ist erschüt­tert wenn man letzt­end­lich erfährt was sich abge­spielt hat. Fins­ter­Stim­men beweist damit, dass das Thea­ter nicht immer pas­siv sein muss, son­dern dass der enge und aktive Kon­takt zu den Schau­spie­lern zu einem leb­haf­ten und beson­de­ren Erleb­nis führt.

Agnes Rich­ter, © struck‐​foto

Über­zeugt haben auch die Schau­spie­ler, sei es nun Ellen Dorn als wei­ner­li­che Mut­ter, Marko Geb­bert als gro­ber Bru­der, Agnes Rich­ter als zer­bro­chene Schwes­ter oder Wer­ner Klockow als Vater, der das Pro­blem in Alko­hol ertränkt.

So sei gesagt, dass Fins­ter­Stim­men sehens­wert und ein­ma­lig ist und dass man so ein ganz neues Gefühl zum Thea­ter bekommt. Zum Schluss hat­ten die Zuschauer die Mög­lich­keit, sich in ein Gäs­te­buch ein­zu­tra­gen, um den Schau­spie­lern auf diese Weise ihren Bei­fall zu zollen.

Über den Autor

Anita Siegmund Anita Siegmund

Ste­cken­pferd: Thea­ter­pre­mie­ren, Aus­flug­tipps in Kiel, aber auch alles was sonst noch inter­es­sant ist in Kiel.

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