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Donnerstag, 04. März 2010

1:6-Debakel gegen Werder Bremen

Störche stürzen ab

Foto: Archiv
Foto: Archiv

Das Spiel gegen Bre­mens Ama­teure, das zuvor zwei­mal ver­scho­ben wer­den musste, sollte zu einem Befrei­ungs­schlag für Hol­stein Kiel wer­den. Im Duell der Kel­ler­kin­der wollte man sich gegen den Tabel­len­nach­barn von der Weser end­lich Luft ver­schaf­fen. Das Nach­hol­spiel ent­wi­ckelte sich jedoch zu einem Alp­traum für die Kieler.

Ver­patz­ter Beginn

Als Hol­stein noch darum bemüht war, ein geord­ne­tes Spiel auf­zu­zie­hen, fiel bereits in der 10. Minute das 1:0 für die Gast­ge­ber durch den Stür­mer Onur Ayik, der nur sechs Minu­ten spä­ter auf 2:0 erhöhte. Bei­den Toren waren grobe Feh­ler der Stör­che vor­aus­ge­gan­gen: Bei dem ers­ten Tor fühlte sich nie­mand für Ayik zustän­dig und bei dem zwei­ten Tor fehlte es der KSV‐​Defensive nach einem Frei­stoß an der nöti­gen Ord­nung. Bis zur 23. Minute wirk­ten die Kie­ler von den frü­hen Gegen­to­ren geschockt. Erst dann ergab sich für sie eine Mög­lich­keit. Ben­ja­min Schüß­lers Direkt­ab­nahme nach Flanke von Fiete Sykora ging knapp am Bre­mer Tor vorbei.

Tor­rei­gen eröffnet

Die Strafe für den nicht genutz­ten Anschluss­tref­fer folgte umge­hend. Ein wei­ter Ein­wurf in den Kie­ler Straf­raum lan­dete bei dem Angrei­fer Addy‐​Waku Menga, der die Ver­tei­di­ger Lam­precht und Mül­ler aus­tanzte und aus kur­zer Dis­tanz keine Mühe hatte, das 3:0 zu mar­kie­ren. Das erhoffte Tor gelang den Stör­chen kurz vor dem Pau­sen­pfiff doch noch. In der 41. Minute war es Marco Stier, der eine Ecke für Kiel trat. Die Bre­mer Abwehr­spie­ler konn­ten die Situa­tion nicht rich­tig klä­ren und Michael Holt ver­senkte den Ball aus 25 Metern Ent­fer­nung im Tor. Bei den etwa 200 mit­ge­reis­ten Fans keimte in der Pause vage Hoffnung.

Die Ent­schei­dung

Eine Vier­tel­stunde nach Wie­der­an­pfiff stellte Ayik den Vor­sprung von drei Toren wie­der her. Durch eine Unacht­sam­keit ver­lor Peter Schyrba an der eige­nen Straf­raum­grenze den Ball an den gene­ri­schen Stür­mer, der im Duell mit Holstein‐​Keeper Michael Frech keine Mühe hatte – mit dem 4:1 gelang ihm gleich­zei­tig der Hat­trick. Die Ein­wechs­lung von Dmitri­jus Gusci­nas und Alex­an­der Nouri in der 66. Minute brachte kei­nen fri­schen Schwung. Hol­stein Kiel konnte sich an die­sem Abend keine zwin­gen­den Tor­chan­cen mehr erar­bei­ten. das 5:1 durch Kevin Art­mann (71.) und das 6:1 durch den U‐​17‐​Europameister Lenn­art Thy (87.) mach­ten das Deba­kel komplett.

Nach dem Spiel

Wäh­rend sich Bre­mens Coach Tho­mas Wol­ter hoch­er­freut über die geglückte Revan­che für die 4:0-Niederlage aus der Hin­runde zeigte, herrschte bei KSV‐​Trainer Chris­tian Wück Ent­set­zen: „Wenn man die ers­ten vier Tore durch indi­vi­du­elle Feh­ler bekommt und gefühlte zehn Pro­zent Zwei­kampf­quote auf­weist, dann muss man sich nicht wun­dern, dass man mit Pau­ken und Trom­pe­ten unter­geht.“ Eine interne Auf­ar­bei­tung, so Wück wei­ter, müsse statt­fin­den, um die Män­gel aus­zu­bü­geln. Ansons­ten habe man in der 3. Liga nichts zu suchen. Viel­leicht ist es da ein Segen, das am kom­men­den Sams­tag, den 10. März, bereits das nächste Spiel ansteht. Beim FC Carl‐​Zeiss Jena hat die Mann­schaft die Mög­lich­keit, sich den Frust von der Seele zu schießen.

Spiel­sta­tis­tik

  • SV Wer­der Bre­men II – Hol­stein Kiel 6:1 (3:1)
  • Bre­men: Mie­litz – Pert­hel, Stall­baum, Schmidt (78. Ron­ne­burg), Schil­ler – Kempe, Art­mann (78. Thy), Feld­hahn, Maek – Menga, Ayik (85. Zengin)
  • Kiel: Frech – Meyer, Schyrba, Mül­ler, Lam­precht – Jerat (66. Nouri) – Stier (46. Schulz), Holt, Schüß­ler (66. Gusci­nas) – Can­niz­zaro, Sykora
  • Tore: 1:0 Ayik (10.), 2:0 Ayik (16.), 3:0 Menga (24.), 3:1 Holt (41.), 5:1 Ayik (61.), 5:1 Art­mann (71.), 6:1 Thy (87.)
  • Zuschauer: 550
  • Schieds­rich­ter: Aarn­ink (Nordhorn)

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Über den Autor

Arne Klahn Arne Klahn

Gebür­ti­ger Kie­ler, Herbst­kind, wind– und wet­ter­fest, durch und durch nord­deutsch. – Mag Lite­ra­tur, Film, Musik & Badminton.

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