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Samstag, 04. September 2010

Fußball

Störche ließen erstmals Federn [Foto-Update]

Es wurde um jeden Ball gekämpft (Fotos: Malte Klahn).
Es wurde um jeden Ball gekämpft (Fotos: Malte Klahn).

Am Frei­tag­abend, den 3. Sep­tem­ber, fand das sehn­süch­tig erwar­tete Top­spiel zwi­schen Hol­stein Kiel und Auf­stei­ger RB Leip­zig statt. Mehr als 5000 Zuschauer waren ins Holstein‐​Stadion gekom­men und sahen eine kampf­be­tonte Par­tie, an deren Ende die Gäste das Glück auf ihrer Seite hat­ten und einen 2:1-Sieg beju­beln konnten.

Aus­ge­gli­che­ner Beginn

Die erste halbe Stunde bot eine bunte Mischung. Die Sach­sen spiel­ten ein gemäch­li­ches Tempo und hat­ten es schwer gegen eine gut auf­ge­stellte KSV‐​Defensive. Sie ver­such­ten es daher mit Dis­tanz­schüs­sen, aber weder Tom Geiß­ler (4.) noch Ste­ven Lewe­renz (19.) konn­ten Tor­wart Michael Frech in Ver­le­gen­heit brin­gen. Die Kie­ler hin­ge­gen waren agi­ler und lie­ßen den Ball, wie schon in den vori­gen Spie­len, ansehn­lich durch die Rei­hen lau­fen, um im geeig­ne­ten Moment den ent­schei­den­den Pass zu spie­len. Diese Ver­su­che waren zwar noch nicht von Erfolg gekrönt, wur­den vom Publi­kum aber mit Bei­fall bedacht.

Die Beloh­nung

Schnelle Pässe setz­ten Leip­zig zu.

In der 34. Minute führte eine die­ser Aktio­nen end­lich zum Ziel. Die Ent­ste­hung des Tores zeigte anschau­lich, wie gut das schnelle Pass­spiel der Stör­che funk­tio­niert: Über Kevin Schulz und den Aktiv­pos­ten im Mit­tel­feld, Fer­hat Yaz­gan, kam das Leder zu Sofien Cha­hed. Die­ser spielte direkt wei­ter zu Marc Hei­der, der mit einem plat­zier­ten Schuss ins linke untere Eck sei­nen drit­ten Sai­son­tref­fer erzielte. Die Füh­rung ver­lieh den Kie­lern fri­schen Schwung, aber die Mög­lich­kei­ten, die Hei­der (38.) und Sofien Cha­hed (43.) noch vor dem Abpfiff hat­ten, waren zwar schön her­aus­ge­spielt, aber ohne Gefahr für das Tor der Gäste.

Leip­zig am Zug

Der zweite Durch­gang gehörte den Gäs­ten. Hol­stein kämpfte immer noch auf­op­fe­rungs­voll um jeden Ball, aber RB Leip­zig hatte die bes­se­ren Chan­cen. Nach 56 Minu­ten senkte sich ein Frei­stoß von Geiß­ler gefähr­lich über das Kie­ler Tor, und in der 72. Minute tauchte Maxi­mi­lian Watzka frei vor dem KSV‐​Gehäuse auf und zwang Frech zu einer Glanzparade.

Pau­ken­schlag der Gäste

Hol­stein ver­suchte es in der Schluss­phase noch einmal.

Nur eine Minute spä­ter ent­schied Schieds­rich­ter René Rohde auf Frei­stoß für Leip­zig; die Torent­fer­nung betrug 18 Meter. Frech diri­gierte seine Mauer vor die linke Tor­ecke und über­nahm selbst die rechte. Doch genau dort schlug die Kugel ein. Vier Leip­zi­ger lie­fen zum Ball und täusch­ten einen Schuss an – der fünfte, Lars Mül­ler, trat tat­säch­lich und traf: eine unge­wöhn­li­che, aber effek­tive Vari­ante. Die Ent­schei­dung fiel in der 89. Spiel­mi­nute, als die Leip­zi­ger die Gast­ge­ber eis­kalt aus­kon­ter­ten. Timo Rost bescherte mit sei­nem Tor den Sach­sen den ers­ten Dreier der Sai­son. Zuvor hatte Jaroslaw Lind­ner, der erst am 31. August von Han­no­ver 96 ins Stor­chen­nest gewech­selt war, mit einem Dis­tanz­schuss die Füh­rung für Kiel auf dem Fuße.

Nach dem Spiel

Wie groß der Druck auf der gesam­ten Leip­zi­ger Mann­schaft inklu­sive Trai­ner Tho­mas Oral ist, zeigte der fre­ne­ti­sche Jubel nach dem Abpfiff. Oral betonte, dass der Sieg nicht erspielt, son­dern erzwun­gen wurde: „Nach der Kie­ler Füh­rung wurde es für uns sehr schwer. Wir haben dann mit aller Gewalt den Sieg ange­steu­ert.“ Kiels Coach Thors­ten Gut­zeit bedau­erte die erste Nie­der­lage, sprach dem Team aber gleich­zei­tig ein gro­ßes Lob aus: „Wir hät­ten gern nach der Pause etwas mehr nach vorn inves­tiert. Ärger­lich, dass Jaroslaw Lind­ner kurz vor dem Ende seine Chance zum 2:1 nicht ver­wer­ten konnte. Aber auf­grund der 2. Halb­zeit und des zuneh­men­den Drucks geht der Sieg der Gäste wohl in Ord­nung. Mei­ner Mann­schaft kann ich kei­nen Vor­wurf machen. Wir kön­nen stolz sein auf das, was das Team heute geleis­tet hat.“ Am kom­men­den Frei­tag, den 10. Sep­tem­ber bren­nen die Stör­che auf Wie­der­gut­ma­chung. Geg­ner wer­den dann die Ama­teure des VfL Wolfs­burg sein, deren Trai­ner Lorenz‐​Günther Köst­ner das Spiel im Holstein‐​Stadion beobachtete.

Spiel­sta­tis­tik

  • Hol­stein Kiel – RB Leip­zig 1:2 (1:0)
  • Hol­stein Kiel: Frech – Jaku­bow­ski, Mül­ler, Schulz (61. Steil), Jür­gen­sen (46. Pog­gen­berg) – Sachs, Fischer, Yaz­gan, Zieh­mer – Cha­hed – Hei­der (78. Lindner)
  • RB Leip­zig: Neu­haus – Ismaili, Hertzsch, Sebas­tian, Mül­ler – Rosin, Rost – Geiß­ler (64. Laas) – Kamm­lott (46. Watzka), Kutschke, Lewe­renz (80. Frahn)
  • Tore: 1:0 Hei­der (34.), 1:1 Mül­ler (73.), 1:2 Rost (88.)
  • Schieds­rich­ter: René Rohde (Rostock)
  • Zuschauer: 5236

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Über den Autor

Arne Klahn Arne Klahn

Gebür­ti­ger Kie­ler, Herbst­kind, wind– und wet­ter­fest, durch und durch nord­deutsch. – Mag Lite­ra­tur, Film, Musik & Badminton.

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